Gestern im Eis

Vreemarr, die stolze Königin im Eis. Im Wolkenmeer arrangiert, glanzvoll bunt, bezaubernd anmutig und lebendig grün. Umgeben von Nebelschwaden, gleich einem Wattemantel anzusehen, wildstürmischen Luftwirbeleien, kompakter Eismasse und meterhohem, eiskaltem Schnee. Über einer künstlich erschaffenen Ebene, am Rande gut erkennbar aufgesprengte Bergmassen. Ein munterer Bach nutzt die prachtvolle Weiterentwicklung und leitet sich flugs um. Mitten hindurch – frech dreist und ungestüm besitzergreifend – fließt er in weitschwingenden Mäandern für sehr lange Zeit. Bald schon streben ihm andere Gewässer zu. Gemeinsam erwachsen sie zu einem breiten Strom. Seine Förderer taufen ihn lächelnd Llhu, die zugehörige Ebene Llhuyanden. Der erste Baustein ihrer künftig so erhabenen Welt. Angefüllt mit uralter Magie und lebendiger Ursprünglichkeit…..— Jaaah!- Natürlich stecken die alten Asen dahinter!- Wer auch sonst?!- Wer außer ihnen könnte so verwegen sein, eine gänzlich unberührte Welt mit seinem magisch-grünen Daumen auf solch selbstherrlich-drastische Weise zu berühren?!- Damals im Jahre Null unserer Zeitrechnung, als die Alten Götter die Erde betraten, war es Eiszeit. Menschen gab es noch keine, genauso wenig Struktur oder Ordnung, definierte Regeln für Raum und Zeit, Leben oder Tod. Alles war flexibel, wild haltlos durcheinander gewirbelt. Es herrschte Chaos, dazwischen rohe, erbarmungslose Gewalt. Das Recht des Stärkeren, Listenreichen siegte stets, es gab nichts und Niemanden, der sich um Bedürfnisse Schwächerer sorgte. Das Leben schenkte, blühte und gebar fleißig und der Tod nahm es den Lebenden behände wieder weg. Einfach so?!
Das Schicksal währenddessen nahm munter seinen Lauf und betrachtete diese Entwicklung als ihr Recht zu bestimmen, was sein soll und/oder kann. Wer sollte sie hindern?-…. Am Rande bemerkt, diese Sie ist nicht ganz im herkömmlichen Sinne gesehen eine Sie, eigentlich doch mehr ein Es, wie der Artikel besagt – das Schicksal. Mutter Erde entschied bei ihrer Geburt dominant, dass Es eine Sie ist. Der Zwilling zur Zeit. Die eine wirkliche Sie stellt und nicht als Hermaphrodit geboren wurde. Ist das wohl der Grund für selbige Eigenheit?- Wer weiß.— Außer den Ursprünglichen und den Elementargewalten gab es natürlich zudem Erdgeister und zeitlose Wesen, deren Ursprung man kaum mehr bestimmen könnte, so lange leben sie schon. Und andere dieser Art werden erst noch geboren.

Rein durch Macht und Magie wird alles gesteuert was ist, was geschieht, was für morgen denkbar wird und für heute noch gänzlich ausgeschlossen steht…. Der Mensch, wie gesagt, existierte als solcher noch nicht und an Tierbestand gab es, vergleichbar zu später, kaum Nennenswertes zu erwähnen. Nichts von all dem, was uns heute beschäftigt, uns täglich neue graue Haare beschert, war zu jener Zeit vorhanden. Keine Grenzzäune, Wachtürme, keine Hoheitsgebiete und Herrschaftsansprüche, kein Geld. Einzig beherrscht von Mutter Natur erstrahlte die Erde unschuldig und gänzlich unberührt von Kunstfertigkeit und Kultur. Für ein Volk wie die Alten Asen ein idealer Ort, ihn als neue Heimat Asgard für sich zu definieren – und damit zur Sache zu erklären – und im gleichen Atemzug fest zu annektieren. „Er“, beziehungsweise ab dato „Es“, wirkte wenig attraktiv oder gar einladend von außen her gesehen und damit die Gefahr nicht übergroß, an dieser Stelle von irgendwem per Zufall bemerkt zu werden. Irgendwo am Rande und ebenso mittendrin, unscheinbar in graue Nebelmasse eingehüllt. Die Milchstraße, gleichermaßen ein weitläufiges Terrain. Seitens der Asen seit jeher verschmäht, geradezu für uninteressant befunden. Sie lieben es das Sagen zu haben, den großen Boss zu spielen. Aber keine Chance an dieser Stelle von außen her irgendwas zu bestimmen. Ist einfach nichts zu erkennen!- Da müsste man schon mal für runtersteigen. Direkt vorort nachschauen, worum es sich dreht…..— Auch Götter sind bisweilen etwas faul, träge und selbstgefällig gestimmt. Lieben es mehr den einfachen, üblichen Pfad zu wandeln, als den beschwerlichen. Somit wird die Erde – halt nein(!), jetzt heißt es Asgard(!)- von ihnen beflissentlich übersehen und großzügig sich selbst überlassen….— Wobei das die Anwesenheit von einigen Zeitlosen erklären könnte – von wo sie ursprünglich kamen?!— Die Asen an Bord unserer Maschine suchten jedenfalls im Jahre Null-Asgijahr – so die eigenwillige Bezeichnung ihrer ab da fleißig dokumentierten und archivierten Zeit – einen günstigen Unterschlupf für sich und ihre Begleiter. Alle genau wie sie Zeresstämmige. Ein großes Heer ihrer bärbeißigsten Krieger führten sie mit, das neu benannte Volk der Hævoqs, zudem ausreichend Bauern und Viehzüchter für ihre künftige Ernte. Ihre Vorräte würden nicht wirklich lange vorhalten, auch wenn sie, die sich selbst betitelnden Alten Götter, auch sehr gut eine Zeitlang ohne feste Nahrung auskommen konnten. Geschätzt für vielleicht 3-5 Jahre sollte es vorhalten und bis dahin würden sie dieses Fleckchen Eis und Schnee entsprechend ihrer Fähigkeit heimelig gestalten. Lange benötigen ihre neu betitelten Kemopes – ihre Sachverständigen – niemals, das, was natürlich möglich ist und wo etwas nachgearbeitet werden muss, zu definieren. Für einen Zeres überhaupt kein Problem….. Wer sich ihrer Flucht außerdem in großer Menge anschloss waren die Tephériee. Ein gar wildes Völkchen, schon rein vom äußeren Erscheinungsbild. Wobei ihr Aussehen wohl das wildeste an ihnen ist. Sie selbst, näher betrachtet, erscheinen einem häufig wie treuherzige Teddybären, die nur die Flucht ergreifen, sobald irgendwer versucht ihnen Regeln aufzubürden. Sie sind nochmals versierter darin aus Nichts Etwas zu erschaffen, das ihnen überleben möglich macht. Auch sie sind karg in ihren Ansprüchen, dazu rastlos und unwahrscheinlich neugierig…. Sie strömen schon bald in alle Winde aus, die neue Heimat zu erkunden. Während das Herrschaftsvolk selbst, ab jetzt als Vakuda bekannt, es vorzieht ihre Kultur und Kraft zu manifestieren (in Stein zu meißeln, wird man es in späteren Tagen nennen). Um damit für sich sicherzustellen, dass man sie nicht versehentlich für Wilde hält. Was den Tephériee dagegen nur Recht wäre. Diese für wahr lammfrommen Teddybären im gruftig-wilden Außenbild nennen Vakuda gerne Steifbeine, überalterte Götter, die ihren Heiligenschein nicht mehr auffinden können und deshalb Gesetze erlassen müssen, um nicht am Ende noch wie Gewöhnliche dazustehen. Und weiteres ironisch-kritisches dieser Art. Man lächelt somit mehr über sie, als dass man vor ihnen zittert. Aber Respekt zollt man ihnen ohne Zweifel. Anderes würde nicht akzeptiert.

Wie Sterne in der Nacht“ gestalten sich bald schon die Anhänger von Licht und Dunkelheit. Es gibt unglaublich viele und Mancher bewirkt Entscheidendes für seine Welt. Er/sie muss nur selbstlos und unerschrocken aus dem Schatten ins Licht treten, Durchsetzungswille mitbringen genauso wie Zuversicht. Alles andere regelt sich. Doch das Ende der Zeit ist seit langem beschlossen und seit 25.000 Jahren den Zeres bekannt, den ersten Förderern der Mijnns, aus deren Reihen der neuzeitlich kultivierte Mensch hervortritt. Zeres gestalten die Zeit selbst in den Anfängen, richten verschiedene Welten ein, gönnen Möglichkeiten sich frei zu äußern, andere halten sie ehern von dunkler Absicht ab, bis sie eines Tages selbst ihrem Ende zulaufen. Gowinnyjen mischen ab da dominant mit, während sich der Mijnn Stück um Stück zum Menschsein kultiviert. Fehlerbeladen ist auch er/sie, doch die Ursprünglichen setzen dennoch auf ihn als ihr letztes stolzes Pferd im Rennen. Fordern aber zuvor Beweise für den Biedermann, als der der König der letzten Tage am Menschenthron geweissagt wird. Von den Bijixs, die auch den Mijnn und zuvor die Gowinnyjen und nochmals davor die Zeres selbst mit ihrer Vision berieten. Ein alles entscheidendes Gefecht am Ende der Tage zwischen Licht und Dunkel wurde beschlossen. Der König als Anführer der Krieger des Lichts, soll die entscheidende Stärke für sich und die Seinen finden, selbst Hades und seiner Höllenbrut die Stirn zu bieten. „Wie Sterne in der Nacht“ führt uns durch die Anfänge, wie sich Lager um Lager findet und langsam etabliert, wie sie lernen Freund von Feind zu unterscheiden und wie vielschichtig die Erde doch ist. Sie legen Jahrtausende alte Verstecke offen. Reichen Wesen die Hand, die man sich zuvor nicht mal als Sagengestalt denken konnte. Parallel erobert Computertechnologie unsere Welt, der Ost-West-Konflikt errichtet eiserne Vorhänge und privilegierte Innenstädte ziehen Schutzzäune hoch mit Hilfe bewaffneter Milizen. Man flieht vor der Wahrheit, wo immer man kann. Die täglich gewaltbereiter wird. Der Teil der Bevölkerung, der sich nicht integrieren, gar noch devot beugen möchte, taucht unter den Radar ab. Aggression pulsiert auf den Straßen wie kaum jemals zuvor. Geld regiert, Politik beugt sich, Demokratie gibt es nur noch auf dem Papier. Und nochmals parallel begeistert Woodstock die Massen, die Urlaubswelt nimmt seltsame Wesenszüge an und Tod integriert sich im Leben auf nochmals bizarrere Weise…. Ein urrussischer Wasserbär von der Wolga reicht Einwohnern Venedigs seine helfende Hand, nur weil er auf schwarzseidige Panther steht. Haushohe Krokodile auf 2 Beinen werden zu Freunden und Loki ist gar nicht so übel, wie alle behaupten und Thantos, der Vollstrecker eigentlich ein so richtig netter Kerl. Gladiatoren kämpfen an Seiten von Massenmördern, die wir zu besten Freunden erklären und um medizinischen Rat bitten.- Heuschrecken gelten schon sehr bald als absolut heiße Bräute. Nur zumeist sind sie ziemlich klein. Während die Feindseite nochmals eindrucksvollere Mitspieler für sich akquiriert, erfindet Europa sein eigenes Bürocomputersystem und die Wirtschaft entwickelt sich entschieden anders, als man es kennt. Denn der Frövjed wurde uns geschenkt…– Jugendliche ab 16/Erwachsene, 9 Bücher.
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