Tief drinnen im Tannenwald

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit
Seelenverwandte (Teil1), Buch Haselnussgeist


In tiefer Verbundenheit zu alten Steinen.
Vom Geist alter Erinnerung verführt.

Seelenverwandte
Teil 1 12,49 €
350 Seiten, ISBN 9783754328132, Taschenbuch, Verlag BoD.de


Buch+Ebook hell - Seelenverwandte 1

Auszug aus Seelenverwandte. Stefan und Isabell Greiff reichen ihr Vermögen unisono weiter an Denkmalschutzvereine im Schwarzwald und der Pfalz. Damit erhalten ihre geliebten alten Steine etwas für sie Förderliches. Dies setzt für sie, die Kinder, der Mutter ein letztes Andenken, ein tatsächlich Gutes. – Ob das Gerda wohl geärgert hätte?! — Wie einfach dagegen betrachtet das Leben im Luisengraben-Acht verläuft. Denkt man an Urlaub, dann steht Wandern, Camping, Grillen, Schwimmen gehen und Radeln auf dem Plan. Vielleicht auch ein Besuch der Karlsruher Staatsoper oder ein klassisches Konzert im Kulturhaus Baden-Badens?! Aber bis Hannah die Pferderennbahn Baden-Badens besucht, in Iffezheim gelegen, im südlichen Landkreis Rastatts, somit nicht wirklich weit weg, vergehen Jahre. Auch das Casino Baden-Badens lernt sie erst sehr viel später kennen. Dafür aber alles, das Rang und Namen unter den alten Steinen der Umgebung trägt, zeitnah, zudem sämtliche Museen, Ausstellungen und ausgefallene Kulturprogramme gleich welcher Fachrichtung. Dafür werden auch fleißig Eintrittsgelder bezahlt. Und alle Tierparks besucht. Und ab und zu sogar ein Kinofilm in großer Runde angeschaut. Außerdem erkunden sie die Baden-Badener Kurbäder und Therme, das ist schließlich nicht nur etwas Verwöhn-Aroma, sondern zudem gesund. In Gesundheit investiert man auch in Leo Greiffs Welt… Zurück zum späten Juni 1968 zur geplanten Flucht in den Südschwarzwald mit Leopold als Nervenwrack im VW-Bus hinten drin, auf einer extra für diese Tour eingelegten Matratze, während Volker zwischen den Koffern neben ihm sitzt und seinen Arm streichelt. Leo hat den Albdruck in seinem Kopf noch lange nicht verschmerzt. Was der Freund ihm alles erzählt, über seine Nahtod-Erlebnisse der letzten acht Jahre, macht ihm richtig klar, wie unglaublich machtvoll und gefährlich diese Frau für sie war und ist. Die Frau, die er glaubte zu lieben, als er sie 1960 zu seinem Eheweib nahm. Jetzt hofft er auf Rettung durch den Scheidungsrichter. Aber das wird sich hinziehen, sie bekam ja nachweislich gerade erst ihr gemeinsames zweites Kind. Somit wird die erste reelle Chance auf Bewilligung seines Scheidungsgesuchs frühestens in einem Jahr ab dem Achten Mai sein. Bis dahin ist das gemeinsame Kind mit Hannah längst geboren. Aber das stört sie nicht. Hannah liebt ihn und er sie. Dann warten sie halt so lange und später, wenn seine Frau wieder schlank und rank ist, holen sie die Hochzeit nach. Sie, Hannah, ist für ihn seine Frau und nichts anderes. – Rolf spritzt ihm für die Fahrt eine ordentliche Dosis Beruhigungsmittel. Somit macht sich Volker keine Sorgen, Leopold könnte durchdrehen, ist er nicht bei ihm. Er sitzt hier bei ihm, weil er ihn liebt und ihm Gesellschaft leisten möchte. Falls er sie sucht, die eines anderen. Aber Leos Augen bleiben halb geschlossen. Er wirkt als würde er ruhen, aber Volker lässt sich nicht täuschen. Leo zweifelt daran, wieder zurück zu seiner Stärke zu finden, in der Lage zu sein, das Projekt zu leiten, ihre Ziele anzustreben und auch umzusetzen. Doch Volker glaubt unbeirrt an ihn, wie er es immer tat. Sie fahren nach Wildgutach im Südschwarzwald, ungefähr auf der Höhe Freiburgs liegend, aber tief drinnen im Tannenwald. „Schatzhauser im grünen Tannenwald, bist schon viel hundert Jahre alt. Dir gehört all Land, wo Tannen stehn – lässt dich nur Sonntagskindern sehn.“ – Nun, das Glasmännlein könnte sich ihnen jedenfalls zeigen. Sind sie doch beide geborene Sonntagskinder, wie es gefordert wird… »Das kalte Herz«, das Märchen von Wilhelm Hauff, das auf einer alten Legende basiert, das liebte er sehr. Rosalie Offel, die Geschichtenerzählerin der Familie, erzählte ihm so oft davon, dass es schon fast das Erste war, das er sich mit neu erworbenem Lesewissen reinziehen musste. Damals war er fünf Jahre alt und wahrscheinlich schon auch ein niedlicher Bub und Rosalie amüsierte sich köstlich darüber und streichelte und kraulte ihn pausenlos. Ganz liebevoll, so wie es ihre Art war. Genauso wie er es jetzt mit Leo tut. Schon immer fühlte er, dass Rosalie ihn wie einen eigenen Sohn liebte, aber in solchen Momenten wird ihm erst klar, wie Recht er hat.

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Ein neuer Stern erstrahlt am Firmament.
Erzählt von Hoffnung und Zuversicht.

Zeitgeise-1.3.2-Simplizismus-xfw1.Auflage-B-LP


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5 Kommentare

  1. Wildgutach? Wandert da nicht auch der Stefan rum? Einer seiner Abzweige vom Westweg führt da doch durch?

  2. das habe ich doch schon in Band 1 gelesen?! Genauso das mit der Burgenrunde…. Findet man so seine Freunde in Stefan vGs Welt? Dass man über die gleichen Stichworte im Leben stolpert? – falls ja: ein guter Gedanke!

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