Telfviyn Drós

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Auszug aus Löwenschlange
(Feriz) „Hast du schon mal von einem Telfviyn Drós gehört? Vielleicht ist der das mit dem Löwenkostüm und der Schlange um die Hüfte… Vielleicht habe ich da was verwechselt… Eine Wolkenstadt im Eis passt nicht so gut zu Schlangen, Kühen und Löwen…“ – (Aldebaran) „Aus meiner Sicht passt schon die Kuh nicht dazu. Aber das ist deine Geschichte… Ich habe meine eigenen in meinem Kopf zusammengedichtet…“ – (Feriz) „Du kennst ihn also nicht?“ – Aldebaran schüttelt mit dem Kopf. Bis ihm einfällt, dass er ja wenigstens doch dazu denken muss… „Nein. Kenne ich nicht.“ – Gedanklich tiefes Schweigen… (Aldebaran) „Ich glaube im Zusammenhang mit Thirnanugg, Insel der ewigen Jugend und Weisheit, habe ich etwas von einer Dej Drós gehört. Materna der Welten. Die große Mutter. Wie sie in Urreligionen vorkommt. Vielleicht stammen die Geschichten um Mithras aus gleicher Quelle?!“ – (Feriz verwundert) „Warum vermutest du das nur?“ – Aldebaran räuspert sich verlegen… „Weil mich Frauen nicht sonderlich interessieren. Selbst nicht, wenn sie diese große, mythische Mutterrolle übernehmen. Ist einfach nicht ganz mein Ding…“ – (Feriz) „Und ich dachte immer, nur wir Gowinnyjen sind frauenfeindlich…“ – Hüstelnd… „Frauenfeindlich bin ich nicht. Sicher nicht. Meine kleine Schwester, in deinem Alter, aber gegen dich betrachtet noch richtig winzig klein, die mochte ich schon. Sogar meine Mutter, wenn sie mich mal eben in Ruhe ließ. Aber das ganze Tamtam, was die Weibsbilder immer benötigen, das geht mir total auf die Nerven. Ich könnte mir meine Welt sehr gut ohne Frauen vorstellen. Aber mein väterlicher Freund hinter mir würde da wohl etwas vermissen. Also werden wir langfristig wohl doch noch die ein oder andere Mutter in unser Gespann aufnehmen…“ – (Feriz) „Eine Tote, die Mutter werden soll? Wie soll das bitte gehen?“ – (Aldebaran) „Ich denke mehr an lebende. Als Ergänzung der Truppe. Wir brauchen welche unter uns, die altern, sich verändern. Sonst werden wir zu Schreckgespenstern und schon in 30 Jahren flüchten alle vor uns und wir verkaufen nichts mehr. Müssen am Ende auf Ackerbau und Viehzucht umsatteln, ergänzt um Jagdbetrieb, weil wir von niemandem etwas zu Essen kaufen können, über kein Vermögen mehr verfügen… Wir kommen da nicht drum herum: Lebende in unseren Reihen zu integrieren und sie letztlich nach außen vorzustrecken. Wir Toten bilden den stillen Hintergrund. Der Fäden verknotet, andere wie Marionetten tanzen lässt. Handelspartner wie lebendige Mitstreiter…“ – (Feriz) „Du denkst über vieles gründlich nach…“ – Anerkennend. Von einem sechsjährigen Jungen bekommt er ein hohes Lob ausgesprochen, weil er nachgedacht hat. Nicht übel. So grotesk, sich das anfühlt… Ja! Dass Gowinnyjen etwas gewöhnungsbedürftig sind, stand eh klar. Seit er das erste Mal von ihnen hörte. Von ihren mystischen Wandelwelten. Die will Feriz ihm aber nicht zeigen. Jedes Mal, wenn seine Gedanken in die Richtung gleiten, werden sie wieder abgelenkt… Das eine Mal musste sich Loki mit Löwenkostüm vor ihm aufstellen. Das will er seinem viel gelobtem Heldenepos nicht nochmals antun. Telfviyn Drós, der kann gern in diesem Aufzug Stiere zu Hunden umerziehen. Kein Problem. Aber Loki bleibt der schwarze Lord im Eis. Wie er ihn schon seit vielen Jahren vor seinem geistigen Auge sieht. Nichts anderes wäre akzeptabel…

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

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Zeitgleise-1.1.1-Loewenschlange-xfw1.Auflage-B-LP

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