Täglich neue Fragezeichen

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit
Löwenschlange (Teil2), Buch Haselnussgeist


In Erinnerung einer dunklen Zeit.
Als das Licht wieder anfing hell zu leuchten.


Auszug aus Löwenschlange. Um mich her gestaltet es sich eigentlich seit Beginn ganz in meinem Sinne. Ein Gott reicht mir die Hand, liefert einen Grund und lässt mich somit nicht nur aktiv, sondern auch sinnbringend tätig sein. Fragezeichen, die sich auftun, finden überall im Untergrund Antworten, die man vielleicht teilweise etwas anpassen muss, aber eine Lücke hinterlassen sie selten. Und wenn dann nur eine nicht gar so bedenkliche. Wobei jedwede Antwort mir dabei hilft, meinem Weg treu zu bleiben. Weiterhin auf der Spur wandeln zu wollen, auf der ich es wohl soll… Und dann kommt Frey Moeller um die Ecke und alles verändert sich. Plötzlich gibt es nicht eine oder zwei kleinere neue Fragen, plötzlich gibt es stündlich wenigstens zehn und keine passende Antwort wartet bereits hinter dem nächsten Vorhang, der nächsten Tür. Findet selbstmotiviert zu mir hin. Nein! Nichts dergleichen! Alles plötzlich völlig anders… Und das nicht nur, weil wir wirklich in Europa Fuß fassen, uns heimelig zwischenschmiegen, die ersten Rückzugsorte kreieren, falls es mal enger werden sollte… Es ist so, dass Tote nicht mehr einfach so folgsam auf mich reagieren, wie ich es 73 Jahre lang kannte. Dass nämlich meine Entscheidung, nehme ich ihn/sie mit, die ausschlaggebende war… Jetzt nicht mehr! Nun gibt es am Markt eine ernst zu nehmende Konkurrenz! Einen, der genauso sinnbringende Verwendung für seine von ihm ausgewählten Toten findet, wie ich… Und Frey sammelt unsäglich viel mehr Opfer in der Totenwelt ein, als ich es je tat. Und die, die er nach Hause bringt, wären genau die, die auch ich mitgenommen hätte. Aber es scheint dennoch kein Gott in seiner Nähe zu sein, der ihm Fingerzeig auf sie legt… Nein! Frey scheint selbst dieser Gott zu sein! Sich das nicht nur einzubilden, sondern es wahrhaftig auch ist?! – Whow! Damit kannst du selbst mich nach 73 Totenjahren und zahllosen absurden Erlebnissen tief beeindrucken… Ein güldener Stern, der vor meinen Augen entflammt! Ein jedes Mal, wenn ich ihn erblicke. Und nicht nur, weil mir sein Äußeres mundet… Keineswegs! Es fühlt sich für mich so an, als hätte mein schwarzer Lord im Eis, mein hochgelobter Held Loki mit seinem Vielgesehen auf der Schulter, eine echte blonde Konkurrenz erhalten! Eine zweite Sonne, die mich wärmt…

Und täglich sehe ich mehr Fragezeichen vor mir, wie er sie alleine findet? Wo keiner ihn führt? Denn sie rufen auch nicht! Ich folge ihm so oft und nehme selbst absolut nichts wahr, bis er plötzlich seinen Schlendergang oder auch geschäftstüchtigen Schritt umlenkt und genau da, wo er ab da hinläuft, soeben wer verstorben ist oder aber ein schüchterner älterer Toter sich rumdrückt… Auch nicht unbedingt alle direkt frisch eingetroffen in der Stadt! Nein! Auch dieses Indiz, dass seine Nase nochmals feiner als meine riechen kann und den neuen Schwefelgeruch aufnimmt. Nein! Das ist es einfach nicht… Er wird einfach nur von ihnen angezogen, wie ich mir Petrus an der Himmelspforte vorstelle. Dass er schon auf die nächsten Gäste wartet. Die spürt, die auf dem Weg sind… So wirkt es, was ich aus dem versteckten Hintergrund der allgegenwärtigen Schatten beobachte… So bleibe ich für Frey unbemerkt. Denn seltsamerweise spürt er die Schatten nicht. Berührt sie nie, kann aber dennoch ab und an genau das Gleiche sehen, was ich wahrnehme, der die Schatten durchläuft… Alles seltsam! Bizarr! Unwirklich… Alles „Freyisch“, wie es meine Freunde zu Hause unterdessen betiteln… Nasire, Salim und Wasif, diejenigen, die mir noch immer am nächsten stehen. Sich um Oyama und Milano treusorgend kümmern, währenddessen ich auf Abenteuergang unterwegs bin… Was Milano unterdessen schon so gut kennt, dass es ihn nicht wirklich stört gar irritiert… Er meine pickenden Fragen eh kaum ertragen kann, komme ich mal für kurz nach Hause zu ihm. Nach dem Rechten zu sehen. Nach unseren Kindern und Frauen. Unseren Töchtern. Die er allesamt dank Unterstützung bestens umsorgt kriegt und sehr stolz darauf ist. So schickt er mich letztlich meist nochmals schneller wieder fort. Schneller, als einer meiner Spione an Freys Fersen geheftet, nach mir rufen könnte… — Fragen beantwortet zu bekommen, war stets mein heiligstes Begehr. Aber nochmals neue zu finden?! Juchhe! Jubelt es in mir… Dieser Mann, mit all seiner absurden Logik irgendwas zu tun, löst jede Stunde zehn neue Fragen aus… So hilflos, wie sie wirken! Einen Hilferuf dürften sie kaum ausgestoßen haben! Und sie stammen nicht alle aus Brüssel! Also ganz bestimmt nicht. Sondern manchmal von weit her. Ich vermute in vielen Fällen von Schiffen, auf deren Überfahrt sie verstarben und dann aber dennoch an Bord bleiben mussten… Das stelle ich mir selbst als unliebsamste Weise vor, abzutreten und dann dennoch dort festhängen zu bleiben, wo du dich doch so sehr darum bemühtest, davon zu kommen. Nun, der Tod stellt nicht selten eine recht bizarre, hinterhältige Fassung von Entkommen dar. Dessen Ironie mit schwarzhumoriger Einlage dir erst wirklich bewusst wird, wenn du es selbst erlebst! Erleben musst! Keine gültige Version von Flucht! Für wahr nicht!

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Ein neuer Stern erstrahlt am Firmament.
Erzählt von Hoffnung und Zuversicht.

Zeitgeise-1.3.2-Simplizismus-xfw1.Auflage-B-LP


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