Schmetterlinge im Bauch

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Buch+Ebook Sterne - Symphonien in blau 2
Leseprobe zum reinklicken und durchblättern…
Zeitgleise-1.5.2-Symphonien-in-blau-xfw1.Auflage-B-LP

Buch+Ebook hell - Symphonien in blau 2

Auszug aus Symphonien in blau. Der Nachmittag war für Didi bereits eine Erfahrung der besonderen Art. Er fährt nach Hause zu Mina. Sie wollte die Schränke mit Polos und seinen Sachen so einräumen, dass jeder das Nötigste in ausreichender Auswahl zur Verfügung hat. Der Rest würde in Polos aufgestapelte Koffer im Wohnzimmer wandern, dabei übersichtlich beschriftet, genauso auch Didis Sommersachen, nachdem man die im Winter nicht braucht… Noch am Abend ihrer Bekanntschaft schlagen sie zu dritt in Didis Wohnung auf. Mina hilft ihm, in schlappernde Sportkleidung gehüllt, ausgelatschte Turnschuhe seiner Ex an den Füßen, beim Rauftragen der Koffer, Taschen und Weinkisten. Während Polo mit Teddy im Arm im Treppenhaus weggetreten sitzt und etagenweise samt allem Gepäck in den fünften Stock raufbefördert wird. Dort begießen sie mit einem kräftigen Schluck Rotwein aus Polos Bestand den Erfolg, alle Sachen irgendwie in die Wohnung reingestopft bekommen zu haben. Selbiger schläft zu diesem Zeitpunkt bereits tief und fest, immer noch mit Teddybären im Arm. Und Didi ist mit verspannten Muskeln und Rücken zutiefst frisch verliebt… Die holde Mina (als solche stellt sie sich vor, mehr Info braucht‘s nicht) fragt an, ob sie denn auch hier nächtigen könne, was Didi urkomisch findet… Um diese Uhrzeit – mitten in der Nacht- kann in seiner Wohngegend keine junge Dame mehr alleine rumlaufen und er kann sie nicht einmal mehr zu einem Taxi runter begleiten, weil er eh kaum mehr laufen kann, gar noch Treppen steigen und morgen trotzdem ins Büro muss. Er bekam soeben einen neuen Chef. Da kann er sich nicht bereits am zweiten Arbeitstag freinehmen. Also schläft sie in seinem Arm ein, schon weil das Bett für drei zu eng ist, wenn man berührungslos nebeneinander liegen wollte… Beim Frühstück erklärt sie ihm, dass sie die Kleidung Polos in seinen Schrank einzuräumen gedenkt und sich selbst auch gerne ein bis zwei Pullis dazu holen möchte und auch ein bis zwei Paar Schuhe. Er braucht doch sicher jemanden, der sie beide bekocht?! Wäre er nicht bereits so verliebt gewesen, hätte sein Verstand sicher angemerkt, dass man schon jetzt Probleme hat durch die Wohnung zu laufen, ohne sich irgendwo schmerzhaft anzustoßen, bei all dem Kram, der da jetzt schon aufgestapelt rumsteht. Auch ohne die weiteren Schuhe und Pullover. – Er sagt also ja. – Polo, wie runderneuert aussehend, und er ziehen los. Nachdem Mina noch schnell aus Polos Koffern eine todschicke Hose, einen edlen Kaschmirpullover, ein schniekes Hemd zaubert und Polo überredet, einen Mantel drüber zu tragen. Im Treppenhaus legt sie ihm noch rasch einen Schal um, dann dürfen sie endlich gehen. Didi strahlt sie währenddessen nur diskret an. Ihm geht‘s genauso. Schmetterlinge im Bauch und nur noch Hochstimmung angesagt. Im Büro kurz nach 9 Uhr ruft Dorri bei ihm an, Polo wäre vom Stuhl gerutscht… Gegen Mittag haben sie alle zusammen Polos Büro soweit mit Schlafzelle versehen, dass Didi endlich wieder ins eigene rückkehren kann, ohne sich Sorgen um Polo machen zu müssen… Brehmer hat aus irgendwelchen Gründen keinerlei Fragen dazu. Ganz im Gegenzug erzählt er ihm schon bevor alles losgeht, er habe einen Anruf auf Polos Leitung erhalten, man habe Polos Dienstwagen in einem Schuppen auf dessen Grundstück entdeckt und zwischenzeitlich zum Revier rübergebracht. Er wäre doch mit ihm befreundet und könne es ja bei Gelegenheit mitteilen. Da bereits kurz drauf Dorri anruft, fällt Didi die Merkwürdigkeit gar nicht auf… Warum leitete er das Gespräch nicht ins andere Büro rüber?! Aber als er mittags keine Fragen gestellt bekommt, was er so lange gemacht hat, fängt er seinerseits an sich zu all den merkwürdigen Begebenheiten Fragen zu stellen. – Was hat Mina gestern zu Charlotte gesagt? Irgendeinen Friedl will sie anrufen… Charlotte fragt sie, warum KEINER reingestürmt kommt?! Jetzt, da sie da ist und bei den brisanten Themen wäre es doch zwingend erforderlich?! Sie hat erwartet, das Haus Polos wäre verwanzt?! Verwanzt? Warum das bitteschön und von wem?! Und wer ist dieser Friedl und wer bitte sollte stürmen?! Denn das konnte dann ja folglich nicht Friedl sein… Und nochmals bitte warum?! Mit all diesen Fragen bepackt kommt er am frühen Nachmittag bei Mina in seiner Wohnung an… Sie hat bereits ihre Sachen mit eingeräumt und auch schon eingekauft, obwohl sie keinen Wagen verfügbar hat und bei ihm um die Ecke kein passender Laden ist, von wo man diese Dingelchen besorgen könnte. Was ihm auch wiederum nicht auffällt. Nur, dass sie einfach bezaubernd ist… Nachdem er die Fragen um Friedl gestellt hat, sagt sie nur… „Er hat mich all die Jahre beschützt, er ist ein guter Freund. Ich stelle ihn dir bald vor…“ – und das reicht ihm erstmal. Und plötzlich liegen sie sich in den Armen. Nach einer wirklich heißen Knutschnummer, kommt er dann aber doch wieder auf seine Beine zurück. So geht das nicht, so einer ist er nicht. Einem anderen die Braut ausspannen und dann gleich mit ihr ins nächste Bett hüpfen… Nein, so nicht! Er ist doch eher konservativ unterwegs und möchte die neue Liebe kennengelernt haben, bevor er sie nackt präsentiert bekommt… Mina erklärt ihm, sie könne ihm zu sich nichts erzählen, das sei alles streng geheim… Daraufhin will Didi sie nach Hause bringen, ihre Sachen aus seinen Schränken wieder rausräumen. Mina erklärt ihm, dafür ist es bereits zu spät. Sie blieb bei ihm über Nacht. Für ihre Welt ist sie damit so gut wie seine Ehefrau… Mit mürrischem Gesicht und verschränkten Armen am Küchentisch… Während er versucht ist, ihre Sachen ordentlich aus dem perfekt organisierten Schrank rauszusortieren. Aber, was er im Schrank vor sich sieht, ist echte Profiarbeit… So ordentlich und gleichzeitig übersichtlich und trotzdem proppenvoll, war dieser Schrank sein ganzes Leben noch nicht und das alles komplett wieder zu zerstören, bringt er dann doch nicht gar so leicht hin. Am Ende kocht sie ihm Kaffee und räumt ihre Sachen wieder ein.

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