Peace-Wolken

Wie Sterne (1.1.1)-Symphonien in blau (BoD-2.Auflage)-C-M1-Internet-0770

Auszug aus (1.1) Symphonien in blau.Hi Mama!- Entschuldige, dass ich mich nicht gemeldet habe. Schön, deine Stimme zu hören!!- Ich hoffe bei dir ist alles in Butter, es geht dir gut?!- Wenn du möchtest, könnten wir uns sehen?!- Heute?!- Gleich?!-…. Aber du müsstest alles stehen und liegen lassen, was dir bisher wert und teuer war und mit mir kommen. In eine ungewisse Zukunft. Ohne jegliche Absicherung. Ein One-Way-Ticket, rein nach vorne ausgelegt. Wohin uns das auch führt. Es wird niemals zurückführen...“— Antje Baumann stellt konzentriert ihren Farbeimer zur Seite, zieht die Handschuhe wieder aus. Ebenso ihre Schmuddelklamotten. Sie wollte grad anfangen, die Decke zu streichen…. Nun gibt es eine massive Kehrtwende in anderer Richtung. Auf eine völlig untypische Weise für sie…. Sie verwandelt sich – wie vom Sohnemann gefordert – in Gretchen (aus Goethes Faust). Die 70er-Jahre-Hippie-Ausgabe. Dicke Sonnenbrille, ausreichend Tabak zum Selbstdrehen, geflochtene Zöpfe. Mit Goethes Faust-Teil-I als gelbes Reclamheftchen in der Hand, in bunte Flatterbaumwoll-Hippie-Klamotte gehüllt, setzt sie sich ins Café Gartenbar am Marktplatz und wartet auf sein Zeichen…. Dazu raucht sie – nervös wie sie ist – ihren eigengemixten Tabak. Somit einen Joint nach dem anderen und trinkt am frühen Morgen Bier aus der Flasche dazu.— Und nein, sie will wirklich keinen Kaffee, erklärt sie nun schon zum 4. oder 5. Mal dem besorgten Kellner, der sich wohl zur Aufgabe gemacht hat, sich persönlich um seinen störrischen Gast sorgen zu wollen…. Antje ist viel zu aufgeregt, den jungen Mann mal wenigstens doch anzuschauen. Sie kennt ihn schon seit gut zwei Jahren. Seitdem kauft er Montag bis Freitag, manchmal auch Samstag morgens um 8:30Uhr im Kiosk, in dem sie mit einer anderen Frau in Wechselschicht arbeitet, einen großen Milchkaffee mit zwei Stück Zucker und eine Butterbrezel ohne Salz…— Er ist gewaltig in sie verliebt. Das weiß sie längst.— Der Pädagogikstudent ist Mitte zwanzig!– Sie, Antje, 15 Jahre älter, was ihn nicht interessiert. Antje hat schon mehrfach versucht, ihm das Problem klarzumachen. Aber der Kerl ist ein Sturkopf vom Feinsten. Bisher bekam ihr Sohn noch nichts davon mit. Sie weiß nicht, was sie glauben soll…. Würde er sich mehr über sie – die überalterte Glucke – oder mehr über ihn – den verschrobenen Pädagogen – totlachen??- Antje möchte keinesfalls in den Augen ihres Jungen lächerlich erscheinen. Und von ihm am allerwenigsten gesagt bekommen, dass sie für sowas doch mittlerweile schon zu alt ist….— Er beschließt mit ihr zu kommen, als sie ihm Klartext serviert. Eigentlich doch, um ihn loszuwerden…. Der Schuss geht aber nach hinten los. Volle Granate!- Der gute, so beherzte Kellner vertritt nämlich die Ansicht, sie sei vollkommen außer Standes eigenständig – und dabei auch noch vernünftig – denken zu können…. Nicht so für normal gesehen!- Sondern nur speziell in diesem Moment…. „Du hast viel zu früh viel zuviel Bier getrunken – das bist du nicht gewohnt – und du hast nichts dazu gegessen. Dann das starke Zeug, das du die ganze Zeit qualmst!!- Ich kann es bestens riechen, wie alle anderen Gäste ebenso…. Den Job kann ich mir abschminken, nachdem ich dich mit deinen Peace-Wolken nicht rauswarf…. Jeder würde nach solch einem Auftritt fast vom Stuhl kippen und nicht mehr ganz im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sein…“— Deshalb kommt er mit. Egal wohin es geht und One-Way wird ihn nicht aufhalten…. Er liebt sie. Bereits seit zwei Jahren und deshalb wird er sie nicht ausgerechnet jetzt alleine lassen. In diesem Augenblick, wo sie dringend jemand benötigt, der auf sie aufpasst. Sie beschützt und darin unterstützt, diesen verrückten Plan des Sohnes umzusetzen ohne dabei Schaden zu nehmen.

©xento-falkenbourg (xfwerk) – Jugendliche ab 16 / Erwachsene, je Teilband ca. 240-300 Seiten
Buch und eBook – Books on Demand Norderstedt (BoD.de), AmazonThalia uvm.
PDF (downloadlink), Buchlayout (2seitig)/Medienlayout (1seitig) über
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Kontakt: xento@falkenbourg.de  (xfwerk, fürth)

Wie Sterne in der Nacht Huhn1

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