Ostern mit den Saalfeldt-Greiffs

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit
Simplizismus (Teil2), Buch Haselnussgeist



Ein neuer Stern erstrahlt am Firmament.
Erzählt von Hoffnung und Zuversicht.


Buch+Ebook blau - Simplizismus 2

Auszug aus Simplizismus. Für normal wird jeder in diesen erlauchten Hallen ersponnene Urlaubstrip von Phillip deNeuve durchgeplant und geführt und keiner im Park wollte es wagen, ihn dabei zu stören. Das ist praktisch Ehrensache, ihn das ganz nach Gusto managen zu lassen. Diesmal klappt das allerdings nicht gar so gut. An der Stelle ist vielmehr ein beunruhigendes Kuddelmuddel zu bemerken, denn Volker Saalfeldt und Leopold Greiff und ebenso ihre ältesten Söhne Friedrich und Greiff und dann auch noch Lennard Kollberg mit seinem Partner Tristan Crücer wollen auch noch allesamt mitplanen und reden und das sind die „Parkianer der ersten Stunde“, wie man Stefans-Tafel-Autorisierte im Park einvernehmlich nennt, mal gar nicht gewöhnt. Alle „Stamm-Tafler“ laut Eigenbetitelung und als ernst zu nehmender Ehrenkodex zu verstehen, versuchen derweil nicht auch noch versehentlich zu hüsteln oder sich gar zu räuspern, denn der Enthusiasmus der Saalfeldt-Greiffs ist wirklich verblüffend emotional… Keiner gönnt dem anderen das erste Wort oder gar noch das letzte und dass es im Sternenschloss auch vor ihrem Eintreffen schon Urlaubstrips gab, scheint keiner von denen auch nur in Erwägung zu ziehen – nach dem Motto „uninteressant“, hör doch erstmal hin, was ich für einen Vorschlag an der Stelle habe! — Am Ende gibt es dann überraschenderweise doch keine Leichen, aber auch nur, weil Hannah und Lydia die Planung übernehmen. Mit der Aussage, „überlässt man sowas den Männern, kommt nichts Vernünftiges raus“. Phillip und Compagnie versuchen es erst gar nicht klarzustellen, dass sie normalerweise an dieser Stelle bestimmen dürfen… Stefan, der so eine muntere intakte Familie sich bisher nicht einmal vorstellen konnte, schweigt ebenso still. Lydia und Hannah legen damit fest, dass am Montag (31-03-1980) Richtung Herrenwies mit den überzeugend geräumigen vG-Wohnmobilen gestartet wird. Alles Urlaubsgepäck für zwei Wochen an Bord für Übernachtungen, Grillpartys auf der Hütte in Herrenwies, zudem Zelte für Überraschungsaktionen, Spielmaterial und Kochzubehör, damit man auch weiterhin à la Chefkoch Volker genießen kann. Dass Stefan seinen eigenen Chefkoch einpacken wird, interessiert zum Zeitpunkt keinen, Schlafmaterialien aller Art und Kleidung für sämtliche Bedürftigkeit. Da die Ladyschaft die gleiche Größe trägt und bei den Männern auch jede vorhandene Kleidergröße mehrfach belegt ist, wird hier in Dutzend-Zählweise ein Konzept aufgestellt. Nur persönliche Schuhe bleiben personenbezogen erwähnt. Instrumente erhalten ebenso einen gesonderten Stellenwert. Insgesamt ziehen sie mit siebenundzwanzig Personen los, darunter zwei Frauen, ein kleines Kind und zwei Elfjährige und zwei „Zerbrechliche“, je Sechzehn, aber gleiche Konfektionsgröße wie die beiden Elfjährigen, zumindest grob geschätzt, die von ihren Partnern getragen werden müssen, genauso wie die Dreijährige von Muttern. Dazu diverse Welpen, sieben aus der Bernersennen-Gattung, zwei Tibet Spaniel, so winzig, dass sie essenstechnisch kaum mitgerechnet werden, zwei American Shepherd und drei erwachsene fünfjährige Golden Retriever aus der Saalfeldt-Greiff-Umgebung. Mal keine schlechte Sammlung… Ab Karfreitag (04-04-1980) oder spätestens Samstag drauf wollen sie fest auf ihrer Skigildenhütte direkt neben der Kirche in Herrenwies zusammenwohnen und somit auch das Osterfest gebührend zelebrieren. Davor planen sie einmal im bewirtschafteten Ochsenstall zu logieren, einmal auf der Darmstädter Hütte, einmal am Bosensteiner Eck Quartier zu beziehen, unterhalb des Karlsruher Grats – dem Lieblingsausflugsziel Loibls – und einmal im Hotel am Schliffkopf. Und dann würde es auf direktem Weg zurück über die Schwarzenbach Talsperre nach Herrenwies auf ihre angemietete Rastatter Vereinshütte gehen und Volker würde seine Kochkunst auch den neuen Freunden zu Gute führen. Stefan und alle um ihn stimmen dem Plan verständnisbereit zu. Und genauso kommentarlos, anderes bleibt kaum übrig… Solche Familienprägnanz vermissten sie bislang komplett unter sich und genießen es nun geradezu, über den Haufen gerannt und bewufft zu werden… Und das Management der Ladyschaft aus dem Hause Saalfeldt-Greiff bleibt exklusiv. Von der ersten Minute von allen Männern voll akzeptiert, laufen sie praktisch alle brav an der Leine geführt geradeaus, wenn Frau es befiehlt. Das klappt so lange gut, bis Lydia den Abmarschbefehl von der Hütte ausruft und damit die Führerschaft wieder an die Männer zurückreicht. Sofort ein totales Desaster und Durcheinander Gerenne und Gerede, bis Phillip seine Chance ergreift und endlich mal klarstellt, dass er bei Wanderungen den Oberbefehl führt. Stefan hat zu dem Zeitpunkt schon Tränenströme im Gesicht und muss sich an Mathias Schulter festhalten, um nicht samt seinem Rückengepäck Mikosch und seinem Brustgepäck Feuerstein, dem kleinen Tibet Spaniel-Welpe von Mikosch, der viel zu klein zum Selberlaufen ist, nach vorne oder hinten umzukippen. Jedenfalls muss er erstmal austreten gehen, als seine Lachkrämpfe endlich wieder nachlassen und Phillips hochroter Schädel sich wieder erkennbar in gesündere Nuancen entfärbt. Sämtliche Rotschöpfigen in der Sammlung beweisen allesamt den gleichen Frohsinn. Lachen sich ungeniert offen darüber kaputt, wie alle emotionsgeladenen Schwarzköpfe sich gegenseitig versuchen das Kommando wieder zu entreißen. Wie die Kinder! – Aber Phillip bleibt beharrlich und ebensolch dickköpfiger Schwarzbär und an jeder Wegkreuzung bei der eventuell neuer Diskussionsbedarf entstehen könnte, stellt er sich fortan mit erhobenem Holzknüppel hin. Klarstellend, dass er es wirklich ernst meint! Dass es tatsächlich keine Alternativen zu seiner gewählten Route gibt! Am Abend ist man derart vergnügt ob dieser ganzen Streitigkeiten und gegenseitigen offenkundigen Bedrohungen, dass der Ochsenstall seine wahre Freude an ihrer Zeche hat und allesamt in der Nacht wirklich tief und fest schlafen, niedergestreckt von fleißig vernichtetem Alkohol und ewiger Zuprosterei. Der Dienstagabend auf der Darmstädter Hütte gestaltet sich ebenso beschaulich und lukrativ für die Hüttenwirte, genauso strahlt man am Tag drauf am Bosensteiner Eck und genauso am Schliffkopfhotel. Der Karfreitag ist dann doch ein etwas anstrengenderer Tag, da geht‘s dann Richtung Talsperre zurück. Früh morgens am Schliffkopf (1055Hm) startend zum Schweinkopf (1014Hm) rüber, dann Seekopf (1054Hm) oberhalb des Seelochs, Pfälzerkopf (1012Hm), Riesenköpfle (1001Hm), Schlangenkirche (981Hm), Tomasberg (965Hm), Dürrenberg (953Hm), Überzwercher Berg, Großhahnberg (938Hm), über den Hutzenbacher See (circa auf 800Hm) nach Schwarzenberg. Rüber nach Schönmünzach, kurzes Stückchen auf dem Bühl-Schönmünzachweg wieder auf die Höhe von circa 600 Meter, über die Schutzhütte am Breitenplatz (623Hm) durch den Wenngrund oberhalb des Murgtals auf Höhe von grob 600 Meter bleibend durch Hornbach, Rohrgrund, Kirschbaumberg zum Schlossfelsen und durch den Steinbruch nach Raumünzach. Zum Schneiderköpfle rüber durch den Bannwald über den Lachsberg rechts oberhalb der Talsperre entlang nach Schäfersgrüb, übers Jägerloch, Herrenbronn, an der Schwarzenbach entlang zurück nach Herrenwies. Und wer dann noch ausreichend munter ist, kann in die Abendandacht gehen. Die dafür benötigte Kirche liegt direkt neben ihrem Quartier… Aber an diesem Abend strecken alle die Flügel und gehen sogar trotz Volkers und Sams gemeinsamen Angebot für sie zu kochen rüber ins nebenanliegende Wirtshaus. Und am Karsamstag schlafen sie alle fast bis mittags durch und da werden sie dann von Volkers Gulasch geweckt und der Tag wird faul auf der Hütte verlebt und die Blasen an den Füßen gepflegt… Am Abend geht man gemeinschaftlich in die Kirche und besinnt sich des christlichen Fests. Mehr oder weniger bislang das gleiche Geschehen wie im letzten Jahr nach ähnlich anstrengender Wandertour. Aber eben noch ohne Stefan vG und seinen Parkianern. Als sie noch überzeugte Rastatter waren und es auch in Ewigkeit bleiben wollten. Wo um 0:37 Uhr der anschließenden Osternacht Silvio sein Friedrich-Abhärtungsprogramm durchstartete und danach selbst nicht mehr zurückkam. Diese Nacht, die für alle im Nachgang in Erinnerung blieb. Deutlich turbulenter als gut ist. Und eben darum tut er, Silvio, es dieses Mal. In diesem Jahr. Wo sich doch alles so rigoros um sie herum verändert hat…

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