Ohne Beigabe von Ehre und Gefühl

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit
Symbolismus (Teil1), Buch Haselnussgeist


Wo die Erde sich verstanden fühlt.
Die alte Bibliothek noch steht.


Buch+Ebook hell - Symbolismus 1

Auszug aus Symbolismus. Die nächste Vernichtungswelle trifft die Niederlande und Belgien an der Küste. Alles was hier weichen Untergrund vorstreckt, existiert hernach nicht mehr. Sämtliche Inseln, Halbinseln, Buchten und Kanäle versinken im dahinterliegenden Meeresrauschen. Das gesamte Gebiet erklärt sich zur Steilküste. Keine Hafenanlage überlebt, genauso wenig ein Fährschiff oder Frachter, Schiffer-, Segel- oder Motorboot, Touristendampfer oder auch nur eine kleine oder größere Jacht, das/die an diesem Tag auf der Strecke zwischen Iffezheim-Rheinstufe bis Waaleinfluss in den Ärmelkanal (Aavijkahuwu) unterwegs war oder vor Anker lag… Zig hunderttausende Treverer sterben in Ufernähe und in den überfluteten Siedlungen. Vollkommen wahllos wählt sie der Zufall an diesem Tag als Opfer aus. In die Millionen laufen die Schätzungen darüber, die lange nicht abgeschlossen werden können. Genauso wenig wie Belgien und die Niederlande sich auf einen Namen für ihre neue Meerbucht einigen können. Der Ort, der noch bis vor kurzem Begriffe wie Haringvliet – Grevelingenmeer – Krammer – Zilpe – Keeten Mastgat – Oosterschelde – Roompot – Veerse Meer – Westerschelde – Middelgat – Volkerak – Markiezaatsmeer – Zoommeer sein Eigen, sein stolzes Zuhause nannte… Wären wir nicht ausschließlich aus Ursprünglichem und atmosphärischer Existenz geformt, würden wir nun wahrscheinlich in den Ruhemodus überwechseln, wären erschöpft von all der Wut und Kraft, die wir bis hierhin schon rauslassen konnten/mussten… So erneuert sich unsere Energie ein ums andere Mal und nichts davon wird sanfter und schadloser für die bezogene Welt. Der Kampf der Giganten tobt heftigst weiter… Ab Hellwasser springen wir teilweise sogar zwischen den eng beieinander liegenden Steilküsten hin und her, hupfen über alle verfügbare Strecke hinweg. Wie ausgelassene Kinder es rein spielerisch tun, um rauszufinden, wer denn nun der Stärkere, der Risikobereitere ist, wer am längsten durchhalten kann. Dabei gnadenlos, achtlos die Sandburgenwelt ihrer kleineren Freunde zertrümmernd… Rein um auszuloten, wer der Machtvollere ist, wer am Ende sich durchsetzen wird… Denn eigentlich steht das von vorneherein fest. Deshalb meine anfängliche Arroganz. Gegen meine Urenergien kann er nicht bestehen. Einzig was er kann, mein Erbarmen für die Welt außenrum ausreichend hochschrauben, dass ich bereit bin, ihn ziehen zu lassen… Aber da ich weiß, wohin das führt, dass wir zeitnah die ganze Schlammschlacht an anderer Stelle wiederholen müssten, gebe ich mich dieser verführerischen Möglichkeit nicht hin. Zeige mich nicht besiegt von meiner sensiblen Ader, meinem Mitgefühl und Erbarmen, die nicht schädigen zu wollen, die unschuldig sind. Denn es gibt keinen Ort auf Erden, wo keiner der Treverer zuhause ist und dieses Viech vielleicht hin fliehen könnte, damit ich es dort schadloser erlegen kann. Ist leider nicht drin! Und das Tor der Schatten, der Ort, wohin ich ihn führen muss, liegt mittendrin im Zentrum der Treverer Welt. Somit kann diese nicht verschont bleiben… Er würde sich aus deren Umfeld auch niemals zurückziehen. Ist er doch gerade deshalb hier mittendrin unterwegs, weil es im Schattenmeer so langweilig war… Soweit kenne ich diesen Knaben! Für ihn fühlt sich so lebendiges Leben an. Gegen einen Widersacher kämpfen und neue fiese Technik ausloten… Für einen Mutanten wie ihn existiert nichts Heiliges auf Erden, denn er wurde ganz ohne Heiligenschein erschaffen. Künstlich erzeugt, ohne Beigabe von Ehre und Mitgefühl. Und genau dieser Mangel macht ihn so grausam, so unwirklich. Er ist nicht brutal aus seiner Sicht, sondern nur eindrucksvoll. Das wollten schon immer alle sein: Gigantisch groß und machtvoll… Nun, zum Glück überkommt uns solche Größenherrlichkeit im Regelfall nur, wenn Diejenigen, die unseren Planeten schänden, es wiedermal massiv übertreiben. Dann flippen solche wie wir – Ursprüngliche oder Elementarkräfte genannt – etwas aus und ruinieren dabei auch noch einen weiteren meist recht beschaulichen Anteil des gleichen Planeten. Wohl einfach nur, um den jeweiligen Übeltätern klarzumachen, dass sie nicht die Einzigen sind, die sowas draufhaben und deshalb etwas sorgsamer damit umgehen sollten… Einfach nur so als Showeffekt, der sich im Laufe der Jahrmillionen bestens bewährt hat… Künstlich erzeugte Elemente unter uns, die weder Verantwortung noch Pflichten auferlegt bekamen haben, bewundern uns in solchen unkontrollierten Ausflippzuständen ganz elementar. Da aus Bewunderung oft Neid geboren wird, läuft das auch bei uns in die falscheste aller Richtungen. Deshalb musste seiner Tage das Schattenmeer definiert werden. Als Straflager für jene, die es nicht kapieren konnten. Nebendran in der Wesenburg sind genügend Urzeitliche zuhause, dass sie vor dem symbolischen abends zu bettgehen immer einen kurzen Blick nach Westen gewähren können, was bisher ausreichend war, das Schattenmeer sicher behütet zu wissen. Mit dem Schlüsselwächter am Tor – aus der Welt der jeweiligen Herrschenden auf Erden – an der anderen Seite, war kein Entkommen möglich..

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Ein neuer Stern erstrahlt am Firmament.
Erzählt von Hoffnung und Zuversicht.

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5 Kommentare

  1. Klingt wie die Umschreibung von künstlicher Intelligenz. Normal gar nichts für mich….. Aber hier dreht es sich um einen künstlich erschaffenen Ursprünglichen?! – somit wohl ein ad absurdum in sich…… Die Schattenburg ist demnach real? D.h. es gibt ein Straflager für böse Windböen und Eisstürme? Riesenwellen und unkontrollierte Wolkenbrüche? Wie bitte sperrt man denn einen Wolkenbruch ein?! Und wer bitte lebt in der Wesenburg? ……. Also na ja. Ich denke, ich bin überzeugt. Das will ich genauer wissen…..

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