Nördlicher Eisstern auf Llhyssonk

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Auszug aus (1.5) Stenka Biedermann. Die gängige Sprache Llhyssonks ist eine uralte. Für gewöhnlich sprechen sie in dieser miteinander, weil sie beeindruckend wirkt, nur von den Charyques der Insel gesprochen und verstanden wird. Zumindest vollständig. Ihre modifizierten Menschen unter ihnen sind nämlich auch recht schnell sprachbegabt und deren Kinder wiederum Charyques. Also stellt es doch nur wenig Sicherheit dar, deshalb nicht ausspioniert werden zu können. Spione gibt es in ihrer Burg wirklich unter jedem Teppich, hinter jedem Wandbord und jedem Bild. Die wenigsten Augen auf dieser Insel sehen dich offen, frei, ohne Hinterhalt an. Das ist man gewohnt und wechselt deshalb die Sprachen durch, die man weiß, dass die andere Seite sie versteht. Sämtliche Fassungen aus dem Nordmeer, dem Skandinavischen Raum, dem nördlichen Osten und ganz Mitteleuropa. Sowieso. Aber manche sprechen auch verschiedene Dialekte der Inuit, Indianersprachen, alles mögliche aus dem südamerikanischen Sektor, aus Afrika und Asien. Sprachlich gesehen verbleibt Llhyssonk kosmopolitisch… Die große Halle von Llhyssonk, ein mystisch angefüllter hoher Raum, einer Kathedrale aus schlichtem Stein aus dem frühen Mittelalter im Innenaufbau nicht unähnlich. Tatsächlich ist es äußerlich unbearbeiteter Stein, natürlich gewachsen, der sich für ursprünglich so aus dem Boden heraushob. In genau dieser halbrunden Form in seinem Inneren. Nach außen hin ist es ein halbkugelförmiger Felsblock. Umgeben vom großzügig gestaltetem Innenhof. Vom Eingang aus betrachtet, steht die Halle mittig darinnen, allerdings geht man von vorne 5½km auf sie zu, während dich dahinter nur 500m vom Außengang trennt. Zu den Seiten hin misst er an der schmalsten Stelle je 12km. Damit ist er wirklich eindrucksvoll groß gestaltet. Das vordere Tor zur großen Halle misst 20m in der Breite mit hölzernen Flügeltüren mit Metallbeschlägen,halbrund gestaltet, 25m hoch, konvex. Das heißt, du staunst jedes Mal erneut darüber, dass man diese Tore nach innen problemlos öffnen kann. Normal sollten sie doch feststecken bleiben?!- Aber das tun sie nicht, sie passen sich entsprechend ihrem Öffnungsgrad genau der Höhe der gewölbten Wanddecke darüber an. Niemals wirst du einen Spalt zwischen Torflügel und Boden erleben. Das hintere Tor gestaltet sich oval nach oben zu, gleichhoch, aber nur 12m in der Breite. Diese absurd-unlogisch gestalteten Tore werden von Wachposten geöffnet, auch sämtliche Zutrittspunkte in den Innenhof mit deutlich weniger eindruckvollen Türen, sowie alle Zugänge zu den Türmen und den anderen Gebäudekomplexen am umgebenden Gang angegliedert. Die höhergestellten Häuser sind mittels Steinbrücken vom Innenelement Burg abisoliert. Könnten somit ihre Zugbrücken hochfahren, wenn sie sich nicht stören lassen wollen?!- Gleiches gilt natürlich umgekehrt. Die öffentlichen Gebäude – anders formuliert diese, die als solcherart definiert sind – ragen in den Burggang hinein. In seiner Breite misst er 100m, an einkerbender Stelle nur noch 50m. In seiner Tiefe ergibt der Innenhof 7km, in seiner Länge 25km. Also ein Rundlauf über den Burggang um den Innenhof herum weist eine Streckenlänge von 64km aus. Beachtlich für einen gewöhnlichen Menschen, die es hier in reichlicher Anzahl gibt. Man sollte dazusagen, dass nicht alle Gebäudekomplexe um diesen Innenhof herum eigene Küchen anbieten. Also, wenn du Pech hast, wohnst du auf der gegenüberliegenden Seite des Speisenturms, der die öffentlichen Speiseräume enthält und somit deine Frühstücksbar, dein Mittagstisch und dein Abendessen für dich stellt. Hier tigert somit jeder fleißig durch die Gegend, der hier wohnt. Nichts ist einfach oder gar schnell erreichbar, außer du passt dich der allgemein gültigen Laufgeschwindigkeit an. Hier rennt praktisch jeder durch die Gegend oder schreitet wenigstens doch eiligst voran. Alles andere würde auch viel zu lange dauern. Der Speisenturm liegt zwischen den Quartieren der Herrschersöhne und dem Herrscherpalast. Er kann nach Bedarf in beide Richtungen Essen unterirdisch transportieren. Nur um die Wahrscheinlichkeit aufzuzeigen, dass es noch warm am Zielort angelangen kann. Gerade die Diener sind in Sachen Staffellauf kaum zu überbieten. Sprechanlagen richtete man schon zum Anbeginn der Zeit dafür ein, dass von beiden Seiten zugearbeitet werden kann.– Der Herrscherpalast fällt übrigens recht großflächig aus, so gesehen, dass hier nur ein einziger Mann drin logiert. Natürlich verfügt er über ein Dienergeschwader und Spielzeuge gleich welcher Art. Aber etwas einsam fühlt es sich dennoch an. Ein Gebäude, sechseckig gebaut, an der breitesten Stelle 1km breit, an der schmalsten 600m und in der Tiefe 450m. Also für die meisten Sterblichen wäre das wohl ein wenig zu überdimensioniert. Aber solche Gewöhnlichen sind dann sicherlich keine machtvollen Charyques, die sich selbst noch immer am meisten bewundern und verehren. Genau gegenüberliegend sieht man die große Halle vor sich. Eingebettet im großzügig angelegten Innenhof. Der einzige Ort hier auf der Insel, um gewöhnliches Vieh zu halten, Gemüse und Korn anzupflanzen. Rein klimatisch betrachtet. Das hintere Tor darf nur vom Herrscher, seinen persönlichen Wachen und Begleitern und zudem dem Küchenteam, autorisiert für die große Halle, passiert werden. Der Herrscherpalast liegt ja direkt dahinter. Rechts daneben der Turm der Menschen am Hof, in Hauptteilen Vorratsräume und Küchen enthaltend, im Keller Getränkevorräte. Darüber schlichte Gruppenschlafräume mit Stockbetten, Kleiderschränke, Duschen. Die Burg braut – tief unten im Turm – Bier, erzeugt Met, brennt diverse Köstlichkeiten und füllt ihre Vorräte via Handelsbeziehungen auf. Fleischprodukte werden in untertage liegenden Räumen – unterhalb der Viehhaltung im Innenhof – zerteilt, weiterverarbeitet, geräuchert, getrocknet, je nach Verwendungszweck. Gleiches gilt für Leder- und Fellwaren, Schafwolle, Eier, Milchprodukte, die ebenso unterkellert weiterbearbeitet und teilweise haltbar gemacht werden. Ideen sammelt man seit jeher aus aller Herren Länder. Sauerkraut und Essiggurken genauso darunter wie getrocknete Pilze, Beeren, Kräuter, Gemüse, Fisch, Fleisch von allen erdenklichen Tieren. Teilweise vorher abgekocht, gepökelt, geräuchert, mariniert. Eingekochtes, Eingemachtes, Gemüse und Obst, mit Fleisch und Fisch oder ganz ohne, im Originalzustand oder als Fertiggericht. Hier gibt es alles und jedes. Die Lagerräume unter und neben den Küchen stehen voll damit. Korn und Gemüseanbau ist allerdings räumlich etwas eingeschränkt, weshalb man hier doch mehr auf Handelsbeziehungen setzt wie auf Eigenproduziertes. Somit kennt man Brot- und Backwaren aus wirklich jedem Teil der Welt. Jedes noch so seltene Korn wurde hier schon ausgetestet. Gleiches gilt für Pilze, Gemüse, Kräuter, die man hier ebenso aus allen Erdteilen sammelt und zu verwenden weiß. Sie bündelt, sie trocknet, sie presst. Somit gibt es schon viel Gemeinsames verglichen mit anderen besonderen Orten auf unserer Welt, speziell unseren Park damit gemeint und das Grüne Tal. Die Ausmaße des Innenhofs bieten nicht nur dem Gemüseanbau etwas Raum und Fläche für Tierzucht und Freizeitgestaltung, sie dienen auch als Trainingsparkour und Truppenübungsplatz. An der engsten Stelle zwischen Außenmauer und großer Halle sind es immer noch 12km. Der Innenhof ist genauso wie die große Halle nur über den vorderen und den hinteren Eingang betretbar. Rein schon seitens der Räumlichkeit bleibt es ein Wunder zu sehen, dass die Büffets in der großen Halle trotz aller widersprüchlichen Wahrscheinlichkeit heiß serviert werden können. Denn das ist die Kunst dieser Anlage. Eine intelligente Form von Energie, die sich automatisch zuschaltet, wenn sie benötigt wird. Im Essensbereich ist das logisch begründbar und damit programmierbar, wie der Mensch des 20.Jhds es nennt. Falls die Prognose der Schöpfer der Anlage denn doch falsch liegt, können Wärmequellen in der großen Halle genutzt werden, das ganze Dilemma zu klären. Die Beleuchtung über der Essenstheke schaltet sich automatisch an, wenn Essen daruntergestellt wird. Die Beleuchtung über der Bar und den Bier-, Wein-, Met-, Rumfässern und mehr erglüht, sobald der erste Lebendige eintrifft, der sich auf der Balustrade seinen Sitzplatz wählt. Damit gilt die Bar als eröffnet. Die Balustrade bildet ein glatt geschliffener Steinkreis (Eruptivgestein) mit leichtem Abstand zur immerwährenden Flamme in der Mitte der Halle, die Breite seiner Umsäumung misst gute 3m. Die Mächtigkeit der Flamme entspricht der Höhe der Halle selbst, gute 450m. Der jeweilige Herrscher der Burg wählt seinen Sitzplatz mit zugehöriger Gesprächsrunde auf der linken Seite vom Haupteingang aus betrachtet. Aus seiner Sicht auf der Traditionsseite, der rechten, da er die Burg von Seiten seines Palastes aus bewertet. Demnach liegen gegenüber die bevorzugten Plätze der anderen Berechtigten, sich in dieser Halle zu besprechen. Das ewige Licht, das die Flamme nährt, wirkt magisch auf jeden Beschluss, der auf dieser Balustrade getroffen wird. Er ist unumstößlich bindend für alle Beteiligten, du entkommst ihm nicht. Genauso wenig, wie du die Insel missen wolltest, hat sie dich erstmal geküsst. Unterhalb der Truppenübungsplätze im Hof, also auf der Seite, auf der keine Viehherden stehen oder Gemüseanbau stattfindet, ist das große Bad. Ein Thermalbad und einige weitere Becken mit entsprechend weniger bedrohlichen Temperaturen, rein aus Sicht der Nordmänner gesprochen oder nochmals spezieller, der Charyques. Aber für ihre Partner und ihre Diener sind auch Charyques im geringen Maß bereit, Luxus zuzulassen. Anders könnten die Besagten hier in dieser arktischen Kälte auch gar nicht bestehen. Denn man erwartet hier allgemein recht luftige Bekleidung. Zumindest doch im Innenbereich der Burg. Nur der, der nach außen geht, darf sich mit ordentlich wärmendem Behang einwickeln. Aber dafür benötigst du zum einen geeignete Kleidung, die es nur spärlich in der Burg gibt und zum anderen eine Genehmigung, die Burg zu verlassen. Einen formalen Auftrag, es zu tun.

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