Mo-Zoran, ohne Bein

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit
summum bonum (Teil1), Buch Haselnussgeist


Als die Sicht auf die Tatsachen immer klarer wurde.
Obsession sich zum neuen Gott erklärt.


Buch+Ebook hell - Summum bonum 1

Auszug aus summum bonum. Mo-Zoran Gœðïsson, dieser Charyque neben ihm, mit seinen erst am Vortag so ungleich verkürzten Beinen – während eines schlimmen Gemetzels – hat sogleich eine gute Idee… Charyques eben! Nicht nur immens von sich eingenommen, extravagant, schlicht gesagt eingebildet und borniert und zudem tatsächlich auch wunderschön, sondern manche auch recht erfindungsstark. Was gerade Mo-Zoran aus diesem Bereich anzubieten hat, kann jeder genauestens erkennen, der ihn eben auch sieht… Also wie er mit dieser neuen Lebenssituation umzugehen pflegt. Dieser Sache mit »ohne Beine« zu sein. Denn grad im Moment tut sich die umliegende Gesellschaft etwas schwer, ihm passende Prothesen anfertigen zu lassen. Und nun zu glauben, er würde freiwillig auf Dauer artig in seinem Rollstuhl sitzen bleiben?! Ja wohl kaum! Und der gute Molière, sein extra für ihn ausgewählter Pfleger, ist leicht überfordert damit, den ewig im Sturzflug davon humpelnd-hüpfenden Kurzbein-Charyque mit seinem fahrbaren Untersatz wieder zu verbinden. Denn selbiger Mo-Zoran verfügt nicht über die Geduld auf irgendeinen Fahrstuhl oder ähnliches zu warten… Frei nach dem Motto… »ihr habt doch sicher oben/unten nochmals so ein Ding rumstehen, dann gehen wir halt schnell die Treppe hoch/runter und steigen auf das dort oben/untenstehende um? Bevor wir vor dieser blöden Tür sinnlos versauern, will heißen unsere wertvolle Zeit vertun?« – Schon hüpft, krabbelt, schwingt er sich auf seinen kräftigen Armen von Stufe zu Stufe hoch/runter oder auch gleich über mehrere hinweg und ständig blendet er hernach Molière, wenn er sich mit seinen Leuchtstrahlen – mal eben – sämtliche Schrammen und schwereren Verletzungen flugs wieder wegkuriert. Um danach gleich bei Molière weiterzumachen, denn der hat sich jetzt schon zweimal den gleichen Knöchel gebrochen, weil er einmal über ihn drüber geflogen ist und das andere Mal vor lauter Schreck nur über seine eigenen Haxen. Jedenfalls hat‘s ordentlich knacks gemacht und Mo-Zoran übernimmt auch schnell mal eben dieses Thema und trotz alledem sind sie längst schon wieder weit im Flur hinterwärts angelangt, bis die anderen auch nur aus dem anderen Stockwerk mit dem Fahrstuhl oben/unten ankommen. Somit gibt es kaum ein gültiges Argument, womit man ihn überzeugen könnte, vielleicht doch mal etwas vorsichtiger mit seinen noch sehr empfindlichen Beinstümpfen umzugehen. Und dass sie unterschiedlich lang sind, scheint ihn auch nicht groß zu stören… Denn Eile tut Not. Gerade jetzt im Moment. Und dann gehen auch noch sämtliche Lichter und Gerätschaften außenrum gleichzeitig aus und wiederum legt Mo-Zoran nochmals einen weiteren Zahn zu und Molière hängt schon langsam seine Zunge bis zum Boden runter. Und außerdem keucht er wie ein Güterlastzug, der einen steilen Berg sich hochschleppen muss und Mo-Zoran empfiehlt ihm ein ums andere Mal doch bitte etwas weniger zu rauchen, das klinge ja furchtbar! Aber Molière ist Nichtraucher und zudem ein top trainierter Langstreckenläufer und außerdem auch noch im Sprint ein echtes Ass. Weshalb ihn Torben-Zoran, der gleichaltrige Bruder Mo-Zorans und dennoch nicht sein Zwilling, auswählte. Denn eigentlich sollte Mo jetzt ihr aller Kommandant sein, wo ihr Vater Zoran, der Anführer ihres familieninternen Aufstands, gerade im Außenbereich feindliche Familienmitglieder jagt… Dass er, Torben, so schnell seinen dominanten Bruder nicht zur Frömmigkeit/Artigkeit erziehen kann, nur eben, weil er nun über keine Kniegelenke, Schienbeine und Füße mehr verfügt, war für ihn schnell genug abzusehen. Laut Mo steht er hierarchisch noch immer unter ihm, aber Mo ist großzügig und überlässt ihm die Außenbereiche, wo echter Feindkontakt zu befürchten ist, während man hier drinnen doch eher über rumschleichende Angsthasen stolpert, als über echt Gefährliches. Also besorgt er ihm einen fitten gewieften Pfleger, dass wenigstens doch einer in seiner Nähe ist, der sich ihm gegenüber als qualifizierter »Betreuer« ausweisen kann. Und außerdem kennt er seinen Bruder, der noch immer keinen Lebenspartner für sich finden konnte, weil die alle kein richtiges Format aufweisen. So Mos Ausrede zum Partnerthema… Nun, aus Sicht Torbens hat dieser Molière genau das: Format. Und zwar Ordentliches und auf den Mund gefallen ist er ebenso wenig, ist sogar ein richtiger Pfiffikus und genauso durchsetzungswillig wie sein guter Halbbruder. Und er steht auf Männer. Nun ja, daraus könnte sich ja vielleicht was ergeben. Oder wenigstens doch langfristig sich entwickeln.

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Ein neuer Stern erstrahlt am Firmament.
Erzählt von Hoffnung und Zuversicht.

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