Krögalls rockende Nachtigall

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Buch+Ebook hell - Sofienpavillon 1, BB 1

Auszug aus Sofienpavillon 1, BB. Auf der Rückfahrt sitzt Jusche vorne im Bus zwischen Mathias und Degen. Hier können sie sich ungestört unterhalten. Jusche äußert sofort Bedenken. Dass es nicht gar so einfach sein wird, seine Truppe in eine funktionierende Gemeinschaft zu integrieren. Mathias ahnt, dass er damit seine rockende Nachtigall meint. Die Jusche aber trotz aller Vorbehalte wie eine kleine Schwester bewertet. Ähnlich Mathias Gefühlen für Theresa. Wobei er Theresa erst seit gestern kennt, während Jusche mit Donna Marlòn schon längere Zeit auf der Bühne rockt und zudem am Schreibtisch arbeitet. Theresa macht ihm bei weitem keine Schwierigkeiten, wird es nie tun. Das weiß er. Schon jetzt. Genauso sicher spürt er, Jusche behält mit seiner Sorge Recht. Donna Marlòn wird gewaltige Erdbeben auslösen. Einige dieser Erschütterungen treffen genau ihn. Mit brachialer Wucht… Er klappt komplett zusammen, muss von anderen gerettet werden… Aber egal!! Was auch immer das sein wird!! Er wird überleben… Deshalb Jusche und seine Jungs nicht mitzunehmen, steht für ihn nicht zur Debatte! Jusche gehört dazu. Wie ein großer Bruder zu seinem kleinen Bruder gehört. Nachdem die Kindheit schon nicht gemeinsam verbracht wurde, so nun dafür aber das restliche Leben!! Wenn Jusche befähigt ist, Donna wie eine Schwester zu lieben, wird es auch Mathias gelingen… – Aber darin irrt er. Denn Donna ist ein Bruder genug. Außerdem darf sie diesen Bruder, Jusche, ja auch anfassen… Eben auf ihre Art berühren, wie nymphomane Frauen bestimmte Körperteile berühren. So, dass dabei »Ein bisschen Spaß muss sein. Dann ist die Welt voll Sonnenschein. Ein bisschen Spaß muss sein, dann kommt das Glück von ganz allein…[1]« rauskommt. Wenigstens aus Sicht des weiblichen Körpers… Drei Monate später passiert es. Dass Mathias sein Fleisch reagieren sieht und um das Wissen dieser erlebten Schande – sich gegen eine lüsterne Frau nicht wehren zu können – völlig zusammenklappt… Ein bisschen Spaß muss sein… Nicht mehr und nicht weniger fordert Donna Marlòn vom Leben. Zu steifen Schwänzen raucht sie auch gerne etwas und pfeift sich noch Weiteres rein. Ein weiterer Knackpunkt… Trotzdem er genau diese Details vor sich sieht, ist Mathias dennoch nicht bereit, der warnenden Stimme ein Ohr zu widmen. Dieser Jusche, der ist seit langem in seinen Träumen. Wenn auch nicht glasklar erkennbar, dass er ihn wiedererkannt haben will. Er fühlt es, dass genau er es ist, den er suchen sollte. Jetzt hat er ihn gefunden… Jusche erzählt ihm während der Heimfahrt von Krögall, einer Gemeinde ganz in der Nähe an der Autobahn A1. Der Pfarrer, der ihre Bandausstattung liefert, weil ihm Jusches und Pankrazs Songtexte gefallen… Die beiden unterhalten schon in diesen Tagen ihre sozial konditionierte Kanzlei. Verteidigen vorwiegend Opfer, die sich eine Verteidigung aus Mangel an allem nicht leisten können. Somit fällt ihr Verdienst recht mau aus. Nebengeschäfte sind erforderlich, um auch nur das benötigte Büromaterial, Gebühren und Briefmarken für den Job vorstrecken zu können. Also textet man, was geht für umliegende Bands, schreibt journalistisches Gut, Berichte, Kurzgeschichten, Glossars für Zeitungen und renoviert auch mal ´ne Scheune, wenn‘s Entgelt passt… Jusche kann gar nicht mehr genau sagen, was sie alles anstellten, für ihre nächste Miete oder auch nur, um mal wieder einen richtig sättigenden Happen zwischen die Zähne zu bekommen… Dann kommt der Pfarrer auf sie zu und alles verändert sich. Seitdem mangelt es an nichts. Täglich warmes Essen. Sogar Essengehen ist drin. – Purer Luxus!! Der Pfarrer, der sie motiviert ihre Band zu gründen, Songtexte eigens zu vertonen. Als Grundlagenfinanzierung ihres Wohltätigkeitsprojekts. So nennt er ihren juristischen Einsatz… Ganz am Rande der Kommentar, er verfügt über die passende Sängerin. Aber auf die muss man achtgeben. Sie brachte seine gesamte Gemeinde um den Verstand und deshalb bewahrt er sie seit Monaten wie Rapunzel in einem Turm auf. Ein untragbarer Zustand… Das Mädchen kann besser singen als jede Nachtigall. Kann tanzen und rocken, dass er als Priester sein Zölibat vergessen möchte. Leider hat sie genauso alle anderen Männer im Dorf butterweich gemacht, wobei genau der Teil vom Mann, den Frauen gerne hart erleben, bestens aufrecht steht… Bestätigt er aus eigener Erfahrung. Beim gesamten Umfeld ab Teenageralter. Sogar ein paar läufige junge Mädchen und gesetzte, bisher brave Frauen tauchten auf, bereit das Lesbendasein für sich auszutesten… Diese Frau formt jeden vertrockneten, alten Puritaner zum Regelbrecher um. Regt jeden faltigen, noch so verstockten Greis zu sexuellen Eskapaden an.

[1]   Roberto Blanco, 1973


Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Buch+Ebook Sterne - Sofienpavillon 1, BB 1
Leseprobe zum reinklicken und durchblättern…
Zeitgleise-1.6.1-Sofienpavillon-1-BB-xfw1.Auflage-B-LP

Leseprobe bei BoD.de: Sofienpavillon 1, BB (Teil 1) — bis Seite 20


Serie Zeitgleise bei BoD.de / Twentysix.de

©xento-falkenbourg (xfwerk fürth). Alle Rechte vorbehalten.
BoD.de – Zeitgleise
Sofienpavillon 1, BB (Teil 1) — 12,49 €
370 Seiten-
BoD.de – Zeitgleise
Sofienpavillon 1, BB (Teil 2) — 12,49 €
370 Seiten
©xento-falkenbourg (xfwerk fürth)Alle Rechte vorbehalten.
ab 16 / je Teilband als Taschenbuch (13,5×21,5) ca. 340-400 Seiten
angenehm lesbares Schriftbild – vorlesbar über Reader-Funktion
Buch & eBookTaschenbuch und eBook (ePUB) bei BoD.de Norderstedt
PDF:  Buchlayout (2seitig) und Medienlayout (1seitig) bei uns im Falkenbourg-Shop 
Kontakt:  xento@falkenbourg.de  (xfwerk, fürth)