Keine Gemeinschaft für einen Jungen

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Buch+Ebook hell - Seelenverwandte 2

Auszug aus Seelenverwandte. Ja, er roch nach altem Tod! Deutlich schwefelig, wie es im Laufe der Zeit immer intensiver wird. Und er war schon mächtig geschickt mit seinen Händen. Wenn sie also eine Organisation von Straßenräubern und Taschendieben betreiben würden, wäre er ein wahrer Glücksgriff dafür… Aber sie sind alle zusammen Scharfrichter, Henker und Wächter an der Todeszellentür… Keine Gemeinschaft für einen Jungen dieses Alters. Wahrlich nicht! Aber wäre es nicht noch grausamer, ihn ganz alleine in seiner kalten Welt zu belassen? Ganz ohne Familienanschluss? Wie er sich diesen sicher genauso sehnlichst wünscht, wie die meisten anderen unter ihnen? Vielleicht findet Jolina auch für ihn einen passablen Sonderposten? Einen, wo er nicht zu morden braucht. Wo er irgendwas anderes Hilfreiches für sie tun kann… Sie haben bereits einen jugendlichen professionellen Fälscher an Bord, der für die jährlichen Updates ihrer Reisedokumente, Geburtsurkunden, Vertragsunterlagen, Kontoauszüge, staatlich vorgeschriebenen Versicherungspapiere und ähnliches mehr zuständig ist. Jeder für sich hat zwischenzeitlich ein ganzes Archiv davon angelegt. Reist du immer unter gleichem Namen, wo zeitgleich unerklärbare Morde geschehen und in Folge Personen unsichtbar verschwinden, wird irgendwann ein Zusammenhang zu dir erstellt. Ganz doof sind die Lebenden unter den Strafverfolgern nun mal auch nicht! Kombinieren können mache sogar richtig gut. Nicht nur die Erfundenen, wie Sherlock Holmes, Hercule Poirot & Co. – Auch die echten. – Sein Freund der Däne, mit richtigem neuem Namen Frey Moeller, vertritt auch schon immer diese Ansicht. Dass Kriminalbeamte ziemlich Schlaue sein können. Aber Jolina will davon nichts hören, traut den meisten absolut nichts zu und der Däne und er sind schon oft auf Verteidigungskurs ordentlich bei ihr ins Kreuzfeuer geraten… So richtig viel Spaß versteht ihre Chefin nämlich nicht… Wenn er es schaffen könnte, den Jungen aus Paris rauszulotsen und nach Brüssel zum Dänen zu bringen ohne, dass er ihm wieder entwischt? Er muss in jedem Fall Jolinas Auftrag parallel ausführen – der Junge könnte davon Wind bekommen. Sich freiwillig einem gedungenen Mörder anzuschließen, das dürfte ihn doch etwas Überwindung kosten. Mutmaßt der Sarge, bei seinen trüben Gedanken darum. – Wenn er ihn am Ende gar verhauen muss, dass er bei ihm bleibt? Nein. Das würde er nicht tun. Nur Logik, Diplomatie und vernünftige Argumente. Mehr darf nicht erforderlich sein… Der geborene Diplomat ist er jetzt aber nicht grad. Eher doch mundfaul zu nennen wie überzeugungsstark. Somit muss er sich wohl noch was Besseres einfallen lassen. Nun, der Junge ist schon wieder ein ganzes Stück von ihm weg. Somit bleibt ihm noch etwas Zeit, auf dem Weg zu ihm hin. Hinter Mülltonnen hält er sich versteckt. Er ahnt, dass er verfolgt werden wird. Hat wohl zudem Hunger, der Kleine. Deshalb der Griff nach seiner Geldbörse… Schließlich sieht der Sarge in seinem Outfit würdevoll aus und damit wohl auch gut betucht. In den Augen eines vielleicht zwölf- bis dreizehnjährigen hungrigen Straßenjungen.

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

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Zeitgleise-1.7.2-Seelenverwandte-xfw-B-LP

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