Kein Umgang für den jungen Baron

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Auszug aus Band 1.5 Stenka Biedermann. Neumond im März im rheinpfälzischen Mainz, das eine entscheidende Erlebnis im aufblühenden Frühjahr 1972. Am 15. März.— Im anderen Jahr – 1960, nur zwei Tage früher und deutlich weiter östlich gelegen – ist es auch gleich eine Mondfinsternis, die das Geschehen in den Wäldern Schlesiens so mystisch unwirklich einlullt und die Betroffenen so ausdrücklich vor ihren Kopf stößt und gleichzeitig so grundlegend wirksam aus ihrer bisherigen Bahn im Leben heraus katapultiert…– Genau so stellt es sich dar. Unser Leben. Die Dinge, die darin Einfluss nehmen. Augenblicke enthaltend, die einzigartig in ihrer Auswirkung verbleiben… Atemberaubend, magisch und genauso auch mystisch, nebelig, unwirklich…. Er möchte seiner Tochter die Abenteuerwelt seiner Kindheit zeigen. Den Wald, in dem er als kleiner Bub ausgelassen und gänzlich sorglos Räuber und Gendarm spielte. Damals, als das Land sich noch Schlesien nannte und ein Kaiser darüber herrschte. Ein Kaiser, der bald schon entmachtet sein wird. Zurück bleiben blutige, grausige Erinnerungen an Krieg und Elend, die man besser aus seinem Gedächtnis verbannt oder sie wenigstens ganz hinten in der dunklen Besenkammer einsperrt. Bis eines Tages der Tag kommt, an dem man seiner jungen, lebenshungrigen Tochter etwas aus seiner eigenen Kindheit präsentieren möchte. Ihr beweisen, dass es auch für ihn, den gesetzten grau melierten Mann und Vater einen Ursprung gab. Einen, der ihn ausmachte. Einen der ihn frei sein ließ, ihn wild und ungestüm machen konnte, übermütig und überaus glücklich. Seine weisen, schon leicht blass gewordenen blauen Augen blitzen und funkeln vor lauter jugendlichem Schalk und Frohsinn auf, als er ihr davon erzählt. Wenn nämlich damals seine Familie aus Ostpreußen wiederum beschloss ihre Ferien in Schlesien zu verbringen und er die seltene Gelegenheit fand seinen jungen Freund dort wiederzusehen. Ein Schwarzbär der ganz besonderen Art. Und doch sicherlich nicht der Umgang für den jungen Baron Cesare Mariä vonSoltau – schon bald nur noch als Zesar Maria Sollinger bekannt – den seine vornehmen Erzieher für ihn freiwillig ausgewählt haben würden. Aber doch sicherlich nicht!- Gerade in seiner piekfeinen, privilegierten Familie legt man allergrößten Wert auf Manieren, pfleglichen, wohlsituierten Umgang, eine grundklassische Gesinnung…— Schwarzwuschel oder auch Schwarzbären werden sie genannt und gerade die hier in dieser Gegend beweisen sich als besonders wild und kampflüstern. Genau mit solch einem welchen muss sich unser junger Cesare anfreunden. Also manchmal läuft doch wirklich alles verquer!- Aber so richtig.
Natürlich ahnt Cesare nichts – zumindest nur wenig – von der Familie seines ungestümen – mehr oder weniger Zeit Lebens – besten Freundes, die hier im Wald irgendwo im unmittelbaren Umfeld wohnt. Er begegnet keinem von ihnen. In seiner Kindheit nicht und genauso wenig 1960, als er seiner Tochter aus diesem Teil seiner Geschichte erzählt. Dafür sorgt selbiger Freund. Zepedeus Sorrensz. Und ja, er ist ein Konar. So wie eben alle ursprünglichen Schwarzwuschel hier in der Gegend. Aber er ist nochmals ein ganz ein anderer. Einer der klammheimlich aus seiner Ahnenlinie ausbricht. Einer, in dem sich entscheidende Talente artikulieren. Talente, die unter Konare eher selten, denn gar überhaupt groß bekannt sind. Empathiefähigkeit als die eine davon, Weitsicht als eine der anderen. Mancher Orts werden Wesen mit dieser zuletzt genannten Fähigkeit auch gerne als Bjord bezeichnet. Ja und das ist noch lange nicht alles. Denn Zepedeus Sorrensz verfügt auch über die seltene Gabe des inneren Leuchtens. Er ist ein Phöx. Sogar ein richtig starker. Ein nochmals mystischeres Ding, sogar auch für ihre Welt. Die Wandelwelt der Burg Löwenstein – natürlich in Originaltonart der Xandews ausgesprochen und deshalb lange nicht so klar einsehbar, wie diese schlichte Begrifflichkeit vermuten lässt.

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