Grünes Tal

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Leseprobe zum reinklicken und durchblättern…
Zeitgleise-1.7.2-Seelenverwandte-xfw1.Auflage-B-LP

Auszug aus Sofienpavillon 1, BB. Sie nehmen Jobs an, wann immer es ihnen möglich ist, schließen sich Expeditionen und Befreiungsaktionen an, um ihrerseits weiterzukommen und Hilfe zu erhalten. Am Ende führt ihr ewig angefühlter Pfad direkt ins Schutzzaun-überladene-Ruhrgebiet. Als Gesamtbild betrachtet eine Hochsicherheitszone, die du als Gewöhnlicher ohne Connection und Reichtum nur ganz am Rande betreten darfst. Ein idealer Ort seine Spuren gründlich zu verwischen. Der schöne Mann mit seinem Reisemobil entgleitet ihrem Blick. Ihnen bleibt nichts anderes, als andere Stichworte wieder neu aufzugreifen und diesen Hinweisen nachzuspüren. Sie fahren nach Bonn. Ihre Suche nach NN läuft an, die von vorneherein gar nicht erfolgreich werden könnte, so wenig, wie sie über ihn wissen… Aber hier stolpern sie endlich über einen, der bereit ist ihnen wirklich zuzuhören. Er nennt sich William Reuther junior. Sein Vater ist bereits in Bonn auf hohem Posten im Geheimdienst aktiv. Gewesen, gerade erst verstorben. Auf Mission soll es passiert sein. William junior will sich darüber nicht äußern. Aber er gibt ihnen einen Tipp bezüglich des schönen Mannes. Sie sollen sich die Stadt Baden-Baden näher betrachten… Dieser Städtename wird hier zum ersten Mal laut ausgesprochen. Sonst sprachen alle von »BB« und solltest du nicht wissen, was gemeint ist, verstummt die Gegenseite schlagartig… Somit wissen sie nun sicher, dass sie nach »BB« nicht offen fragen dürfen und schon mal gar nicht nach Baden-Baden in Langform… Sie hören vom vanGeußen-Park, einem wirklich übel finsteren Ort mit einem Berglöwen an seiner Spitze. Und dieser Berglöwe lässt seine Geschäfte von einem schwarzen Panther regeln. Solch ein Panther könnte durchaus ein besonders schöner dunkelhaariger Mann sein? Blauschwarz glänzende Haare? Augen, die dich zur Vorsicht ermahnen?! Durchaus drin… Während sie sorgsam weiterforschen, erfahren sie von der lichten Seite des Parks, die Mitarbeiter akquiriert. Aber nicht jetzt, dass du dort einfach so anklopfen könntest. Nein. Nicht drin. Wiederum fällt das Stichwort Knotenpunkte, aber wiederum sagt keiner, wo man die findet. Aber ein Grünes Tal wird als Zwischenquartier empfohlen. Von William Reuther junior, der sie dabei anschaut, als wollte er deutlich mehr sagen, als er tut… Okay, also los nach Karlsruhe, Nordbaden und dort in ein unbedeutendes Seitental des auslaufenden Schwarzwaldes hinein… Ein kleines Bergdorf, könnte man meinen. Aber nein, es ist eigentlich nur ein liebevoll nostalgisch angelegtes Feriendorf, auf Familienfreizeit am Bauernhof ausgelegt… Aber sie müssen ganz schön hart darum kämpfen, als Gäste auch akzeptiert zu werden. Denn sie haben keinerlei Kinder bei sich! … „Das ist hier Pflichtprogramm…“ – Verkündet ihnen Chev, der sich damit auch namentlich vorstellt und endlich einmal macht es Bingo! Sie sind genau da gelandet, wo sie hinwollten! Juhu! Aber der Bursche, also dieser Chev, der hat was an sich, das ist bizarr, dass man in diesem Zusammenhang auch an hübsche starke Mädchen glauben kann, die Heuschrecken genannt werden… Wer weiß, vielleicht gibt es die hier ja ebenso? Er ist winzig! Sehr jung und gleichzeitig uralt… (Moishe) „Darf ich wirklich einfach so Chev zu dir sagen? Entschuldige, du wirkst so weise und gleichzeitig auch jung, wie ich selbst. Das irritiert etwas?! Verstehst du mich eigentlich auf hebräisch? Ich kann auch englisch oder deutsch sprechen, halt nicht ganz so flüssig?!“ – (Chev) „Ich schon, auch flüssig. Egal was du brauchst. Vermutlich zumindest… Ja. Ich heiße so und darum spricht man mich so an…“ – Er klingt brummig, mufflig, so, als hätten sie ihn tödlich beleidigt… (Moishe) „Und was kann ich tun, dass du uns nicht mehr böse bist?“ – (Chev) „Ein Kind oder wenigstens doch einen Hund vorzaubern. Dann kann ich euch als Familie einschreiben…“ – Moishe guckt verwundert. Am Hof rennen doch massenhaft Hunde herum? War das sein Stichwort?! … „Kannst du mir vielleicht einen ausborgen? Ich meine einen Hund? Während unseres Aufenthalts hier? Also uns… Vielleicht jedem von uns einen eigenen?“ – Trutz schaut ihn skeptisch an, hat sichtbare Stirnrunzeln und erwartet nun wohl, dass ihre Zimmerbelegung reichlich ungalant wieder gestrichen wird. Aber nein… (Chev) „Wie wolltet ihr es eigentlich bezahlen? Ihr seht pleite aus?“ – (Moishe nickend) „Ja, du hast recht, wir müssen uns jetzt erstmal Jobs suchen, dass das auch klappt. Aber wir sind beide sehr geschickt, also bislang hatten wir nie Schwierigkeiten auf die Schnelle was zu finden. Hier soll es nicht besonders teuer sein. Sagte uns ein junger Mann in Bonn, der auf mich den Eindruck erweckte, als wollte er, dass wir herkommen…

Auszug aus Seelenverwandte. (Jeffrey) „Einen Schwulen?! Sind die wohl für jeden Blödsinn zuständig?!“ – (Michael lachend) „Nein. Hilfe. Bestimmt nicht! Aber das dick geschminkte Ballerina-Bärenmädchen hatte einen sichtbaren Vollbart! Der ist dem guten Bauern aufgefallen…“ – Nun, das darauf erschallende Gelächter hält eine Weile vor… (Jeffrey) „Und woher weißt du von diesem Anruf? Bei dem Schulen?“ – (Michael) „Na ja, unser vierter enger Freund in der Sammlung tauchte schließlich auch noch auf. Ganz ohne Vorwarnung, was der sonst eigentlich nicht tut… Das ist eher doch Konrads Masche. Einen mitten in der Nacht zu überfallen.“ – (Jeffrey) „Mit welcher Begründung?!“ – „Gesagt wie´s ist. Er schlug Konrad Bauernhöfe vor, unter anderem das Grüne Tal, direkt neben Bauer Egons Refugium. Das Material dazu hat er zu Konrads Freundin Uli gebracht und dort ist er über die beiden Schwarzbären gestolpert. Wurden ihm als Bruder Ulis und seine Gretel vorgestellt. Nun, da wusste er Bescheid… Als sein Bekannter, selbiger Bauer Egon, anruft und von einem Schwarzbären im Ballerinakostüm redet, den er versehentlich aufgespießt hat, war Ralf ziemlich schnell klar, wohin Konrad fahren würde, falls der Schwarzbär zu ihm gehören sollte…“ – (Jeffrey amüsiert) „Du hast echt ausgefallene Bekannte. Das muss man dir lassen!“ – Zwar würde ein normaler Engländer nicht nochmals so einen Lachkrampf zum besten geben, wie eben bereits peinlicher Weise geschehen, aber dieser Engländer hier hat wohl lange Zeiten im Ausland zugebracht, denn er kann sich auch darüber wegschütten wie nichts. Er braucht eine Weile, sich seine Tränen wieder aus den Augen zu wischen, um weiterfragen zu können… „Und wie ging‘s da jetzt weiter? Du hast ihn behandelt und dann? Das kann‘s ja wohl noch nicht ganz gewesen sein?“ – (Michael) „Nein. Klar nicht: Große Verbrüderung in Folge. Ralf hatte Konrad drei Bewerber für seinen Ziegenpeter-Posten vorgeschlagen. Ein übrigens ganz typischer Konrad-Name… Unter anderem Ibis, der heutige Liebste, von dem ich dir bereits erzählte. Ignatius Bishop, zur Erinnerung. Der nächste ist sein heutiger Assistent, Ainaar Grumpsch. Der den Bürojob Ulis übernahm… Und der dritte, auch mit so einem schönen Namen ausgestattet, Tankred Häuser im Ursprung, aus dem die Leute schon schnell Tannhäuser gemacht hatten. Der wird dann zum Verwalter gekürt… Blieb ja sonst keiner mehr übrig?! Der eine zum Liebsten erklärt, der nächste zum Assistenten, also musste der kitschige Abenteuerroman-Autor zum Verwalter mutieren… »Tannhäuser im grünen Tal« sollte die Bauerngaststube heißen, die sie alle zusammen eröffnen wollten. Tannhäuser am Zapfhahn dabei… Auch von dem hab ich schon erzählt… Alle drei hat Ralf entdeckt! Der nicht nur in Sachen Immobiliengeschäft was drauf hat… Er vermittelt gerne. Anfänglich rein als Hobby. Bringt Suchende zusammen…Findet für jeden sein I-Tüpfelchen, sein »Co. KG«, einen passenden Partner oder auch Mitarbeiter|guten Freund. Nennt sich damit Partner- und Jobvermittler. Macht das im Übrigen auch für Heteros. Ziemlich erfolgreich. In allen Sparten. Ist zwar selbst immer noch solo, aber sonst eigentlich keiner sehr lange in seinem Umfeld. Dafür sorgt er… Nur an Konrad, Tom und mir beißt er sich seit Jahren die Zähne aus. Wir waren nicht ganz so kooperativ, wie er sich das erhofft hätte. Deshalb musste er Ibis schnellst möglich mit Konrad bekanntmachen, falls da überhaupt noch was drin war, dann wenn sofort. Und das hat er wiedermal völlig richtig erkannt. Heutzutage bräuchtest du Konrad nichts mehr als kleine Ergänzung nachreichen. Nicht mal was Winziges. Seine Koffer sind gepackt. Randvoll! Da passt nichts mehr rein… Er würde dir nicht mal mehr zuhören…“ – (Jeffrey) „Er wollte euch verkuppeln? Was hat er dir denn so vorgeschlagen?“ – (Michael) „Na mal keine üblen Ladys, das kannst du aber glauben. Alles erste Sahne. Aber ich war mehr am einmaligen Aufspringen interessiert, als am fest Sitzenbleiben und das nahm er mir irgendwann etwas krumm. Behauptete, ich würde sein sittsames Klientel damit durch den Schmutz ziehen… Aber glaube mir: Keine der Ladys war noch unschuldig! Die hatten alle schon reichlich ausprobiert. Ich war nur ein weiteres Versucherle auf dem langen weiten Weg…“ – „Bei allem doch Romantiker geblieben… Obwohl er Menschen gut einschätzen kann?! Das ist doch eher selten vorzufinden. Die meisten beerdigen bei solchem Business zu allererst ihre Träume und dann legen sie richtig los und werden dann auch gegebenenfalls erfolgreich…

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