Russenburg

Ihr Jungs, ihr seid auf dem rechten Weg!

Auszug aus Band 1.1 Symphonien in blau. Zitate von Lenin (oben), 1904 (1870-1924). Russischer Revolutionär und Politiker. Genau genommen: Wladimir Iljitsch Uljanow. Lenin entstammt einer sozial und kulturell liberal engagierten Familie, mit einer Geschichte von sozialem Aufstieg. Sein Großvater war ein aus der Leibeigenschaft befreiter Bauer, der Vater bereits Absolvent der Kasaner Universität mit jahrelanger Tätigkeit als Mathematik- und Physiklehrer an höheren Schulen in Pensa und Nischni Nowgorod. 1882 wird er vom Zar in den erblichen Adelsstand erhoben. Der Bruder Lenins, Alexander Uljanow, wird wegen eines geplanten Attentats auf den Zaren hingerichtet. Damit schließt sich der junge Lenin den marxistischen Sozialdemokraten an und widmet sich fortan der Untergrundarbeit für eine kommunistische Revolution. Er gründet 1903 eine Fraktion in der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, die Bolschewiki, die spätere Kommunistische Partei. — Josef Wissarionowitsch Stalin. Geboren 1878 in Gori, Russisches Kaiserreich, späteres Georgien, als Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili, verstorben 1953 in Kunzewo bei Moskau, Sowjetunion. 1927-1953 Diktator der Sowjetunion. — Stanislaw Koroljow, der Vakuden ohne Erinnerung, wird ’47 im stalinistisch geprägten Russland geboren. Als Zweijähriger bleibt er bei einer blutigen Straßenattacke auf Zivilisten übrig. Mitten zwischen den Toten am Boden sitzend und geduldig wartend, dass ihn jemand abholt…. Man bringt ihn ins nächste Kinderhaus, wo er sich den Magen vollschlägt, um dann 48h am Stück durchzuschlafen. Wieder wach begegnet er seinen Pflegern mit ausgesprochener Leichtigkeit in allem, was ihm geboten wird: Sprache zu verstehen und auch in umgangssprachlicher Fassung sofort korrekt wiederzugeben. Zahlen als statistisches Indiz zu begreifen und kleinere Berechnungen selbsttätig durchzuführen. Inhalte in ihrer gesamten Bandbreite und Tiefe zu erfassen und nicht nur im oberflächlich betrachteten Spektrum, wie ursprünglich passend für ein Kind – angedacht…. Er reagiert beleidigt, als man ihn für irgendwas für zu jung hält. Stanislaw fordert sein Selbstbestimmungsrecht ein. Bereits als 2jährigen kann ihn keiner mehr vom Weg abbringen, wenn er ihn erstmal betritt. Gratwanderungen gibt es dabei keine. Zu schmale Pfade werden – symbolisch wie direkt – von ihm so lange platt gewalzt, bis man auf ihnen bequem Platz findet und sich ohne Schwindelgefühl darauf entlang schwingen kann. Wie er das genau macht?- Sie finden es nicht raus. Aber, was für sie viel wichtiger ist: Dieser Junge sahnt Preise ab, wo immer es Preise zu gewinnen gibt!- Im sportlichen Sektor und genauso im schulischen. Überall da, wo es um Intelligenz, Konzentration, Wendigkeit und Energie geht. Was ihm dagegen nicht liegt, ist der musische Bereich. Noten, Klänge sind ihm zu fragil, um sie exakt erfassen zu können. Genauso fremdartig wirkt auf ihn Fantasie. Personen, die diese Bereiche mit Volumen befüllen, betrachtet er mit Neugierde. Verbleibt aber auf Abstand.– Das Kinderhaus lebt praktisch ganz für ihn. Heimst Belobigungen und Preise ohne Ende ein und bastelt fleißig an seiner Karriere. Eine gewinnbringende für alle Seiten. Natürlich auch für das sozialistische Regime. Als er 8 Jahre alt wird, hat er mit einem Mal genug. Sie sitzen wieder einmal zusammen einen neuen Wochenplan zu besprechen. Er steht mittendrin auf. Schreitet wie ein >großer Mann< selbstbewußt, wie selbstverständlich der verschlossenen Tür entgegen, öffnet sie und tritt hindurch. Womit er die Männer und Frauen im Raum zum Schmunzeln bringt…. “Ja, dreist war er schon immer. Unser Stanislaw…“— Hört er sie sagen, als er die Haustür des Kinderhauses von außen verschließt und fortan für lange Zeit alleine unterwegs ist…. Die Welt kennenlernen, ganz so wie sie ist. Kein Buch darüber lesen. Keine Meinung darüber anhören. Nein. Es selbst mit eigenen Augen erleben, es anschauen. Es rausfinden, wie es ist. Darum geht es und nur das, was er wirklich selbst erkennt, existiert fortan für seinen Verstand. Alles andere wird ersatzlos gestrichen…. Da er doch wenigstens im Ansatz die Gefühle eines Erwachsenen kennengelernt hat, streicht er diesen Teil, der vor ihm liegt, nicht. Er weiß sicher, dass er sie bald näher erforschen kann.

©xento-falkenbourg (xfwerk) – Jugendliche ab 16 / Erwachsene, je Teilband ca. 240-300 Seiten
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