Der todgeweihte Eloyser-Prinz

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Leseprobe zum reinklicken und durchblättern…
Zeitgleise-2.9.1-Der-Weltenbund-xfw1.Auflage-B-LP

Auszug aus Der Weltenbund. (Loki) „Nun, vor allem mal die Tatsache, dass wir vorher, wie jetzt immer noch genau dreizehn Mann sind. Inklusive uns, was jetzt auch nicht viel mehr oder weniger aussagt. Eben nur das, dass wir gerade mit dreizehn Mann eine knapp 1000-Mann-starke Truppe der besten Krieger Ljossalfheims in den Boden getreten haben. So als wären wir zehnmal größer als sie und hundertmal stärker… Und irgendwie waren wir das auch. Denn schau uns an! Wir haben nicht mal einen Kratzer abgekriegt und sie alle liegen zerfetzt vor unseren Füßen. Inklusive der verborgenen Stadt dahinter, wohin die armen Seelen versuchten zu fliehen… Schließlich war ihnen die Hölle auf den Fersen… Da würdest auch du davonlaufen, wenn die hinter dir her wäre… Leider nur hast du – genau wie ich – auf Seiten der Hölle agiert und nicht auf Seiten der Lebenden… Zu denen wir – bis gerade eben noch – zuzählten…“ – Loki steht in Tränen, bis er diese Worte endlich ausgesprochen bekommt. Und Thantos kann alles verstehen, was er da sagt. Er hat es selbst in sich gefühlt. Wie er zum Tier wurde. Wie alles Ehrenwerte, alles natürlich Fühlende, natürlich Lebendige, von ihm wich und durch irgendwas Schattenhaftes ersetzt wurde. Irgendetwas, das nicht mal eine Temperatur ausstrahlt. Weder warm noch kalt ist, und einen dennoch erfrieren und gleichzeitig schwitzen lässt und einem dem Atem abringt und ihn gleichzeitig in den eines riesenhaften Drachen verwandelt. Der mit einem kurzen Husten eine ganze Häuserfront in Aschehäufchen verwandelt… (Loki) „Ich weiß leider nicht, wohin wir ab jetzt gehören… Wir haben eine Schwelle überschritten, die man niemals überschreiten darf. Ich glaube wir sind verflucht. Zumindest ich bin es… Ich habe diese Hölle in uns aufgeweckt… Ich bin Hades Erbe! Thantos! Er war der Höllenfürst! Wir haben uns dem Sohn der Hölle angeschlossen und jetzt sind wir genauso verdammt wie er… Ich bin verdammt! Nur ich! … Euch anderen habe ich nur mit mir gezerrt… In diese grauenvolle Finsternis hinein. Wo es genauso wenig Tageslicht und natürliche Wärmequellen gibt wie in Hadesthrons düsteren Straßen… Oh Hilfe! Was habe ich nur getan?!“ – Am Ende zieht er alleine los. Ohne Thantos an seiner Seite. Der ihn sonst überall hinbegleitet. Aber diesen einen Gang muss er alleine gehen. Sich nochmal genau anschauen, wie es endet, wenn du die Hölle über die Lebenden auskippst… Erschöpft, vor sich selbst entblößt, demaskiert, desillusioniert und zutiefst erschüttert; entsetzt darum, welches Schicksal sich da bleiern angefühlt um seine Schultern legt und dann steht er plötzlich einem Engel gegenüber und weiß doch genau, dass der andere Mann genauso wenig ein Engel ist wie er selbst, Loki, ein Teufel… Aber dennoch will dieses Bild nicht mehr von seinen Augen weichen. Er weiß genau, der da drüben, der dir gerade gegenübersteht, ist der neue König der Eloyser. Du selbst hast den Jungen auf den Thron gesetzt! Und jetzt wird er es sein, den du verfolgen musst. Weil du auf seiner Gegenseite stehst… Und während er das alles denkt, spürt er, fühlt er Yalnos Stimme in seinem Ohr, wie sie von diesem jungen Mann schwärmt… Er wäre das Licht dieser Welt. Der Himmel auf Erden geboren und mit zwei Beinen versehen… Er würde den Frieden nach hierher zurückbringen… Und deshalb wollte Loki niemals erreichen, dass dieser junge Mann den Thron besteigen muss. Denn auch er würde dabei sterben. Das weiß er, das fühlt er schon in seiner Brust, als Yalno ihm davon erzählt. Er, Loki, konnte fühlen, dass diese Hoffnung auf zwei Beinen in ihrer Welt keine Überlebenschance kriegt. Dass er am Ende derjenige sein würde, der der Hoffnung selbst den Kopf abschlägt… Und 35 Jahre später nach diesem ersten Moment der Erkenntnis, bestätigt sich genau dieses düstere Gefühl in seiner Brust, was er zu diesem Zeitpunkt – hier in Garban-Daar an diesem schwarzen Tag – bereits über 60 Jahre mit sich herumträgt. – Nessel war ein 35jähriges Kind, als Yalno ihm, Loki, das erste Mal von ihm erzählt und er diese blutig-düstere Vision des Schreckens vor sich sieht. Wie seine Hände die Klinge führen, die diesen Kopf von seinem Rumpf abtrennt. Und die Hoffnung auf Asgards weißem Boden damit restgültig ausbluten lässt… Er kann in Nessels gütigen saphirblauen Vakuda-Augen sehen, dass er seine, Lokis, Gedanken lesen kann. Genau die gleichen schrecklichen Bilder vor sich sieht wie Loki in diesem Moment. Nessel ist mit zwölf Mann hergekommen, die letzten Vorräte aus der zerstörten Wolkenstadt zu retten. Die ehemalig nach oben zulaufende Wolkentreppe hat sich größtenteils schon aufgelöst, genauso die Wolkenplattform unterhalb der Mauern und Gebäuden, die jetzt alle verquer, blutig absurd vermengt als Schutthalde vor ihnen liegen… Inmitten von Wolkenfetzen überall nach oben ausgerichtete Speere, Schilde, Klingen, Waffenteile – als wollten sie dir ihre Geschichte erzählen, bevor sie ganz vom Zahn der Zeit zermalmt würden und in Vergessenheit geraten – alles irgendwie bizarr und grotesk dazwischen steckend oder gerutscht… Tote Pferdekörper, zerfetzte Leiber der Krieger. Sklaven und Gowinnyjen in bürgerlicher Gewandung, liegen genauso tot und zerfetzt herum… Alles ging zu Bruch, als sie gestern hier ihren letzten Schlag ausführten. Die letzten lebenden Gegner samt allem, was zu ihnen gehört in die Hölle jagten. Aus der sie selbst entsendet waren. Neue Beute für die züngelnden Flammen der Unterwelt zu beschaffen… Nun, das haben sie getan und zahlreiche Unschuldige hinterhergejagt. Genauso Tiere. All diese abgeschlachteten Tiere! Sie töten niemals das Vieh ihrer Gegner… Warum sollten sie auch? Sie selbst haben Hunger und Durst, benötigen Kleidung und neue Waffen und weiteres Ausrüstungsmaterial. Warum sollten sie diese Vorräte also so sinnlos zerstören? Wie sie es gestern taten, als die Hölle selbst in ihnen brannte und loderte und um sich schlug, wie nur ein entfesseltes Monster es kann.

©xento-falkenbourg (xfwerk)
ab 16 / je Teilband (Buchdruck 13,5×21,5) ca. 340-450 Seiten
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Kontakt: xento@falkenbourg.de  (xfwerk, fürth)

Ein Kommentar

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