Der schwarze Lord im Eis

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Leseprobe zum reinklicken und durchblättern…
Zeitgleise-2.9.1-Der-Weltenbund-xfw1.Auflage-B-LP

Auszug aus Der Weltenbund. Mein Tag ist bereits genügend mit Fragezeichen angefüllt, als im Nachgang zu dieser dritten Begegnung mit Nessel, bei der mich – wie zu der Zeit fast immer – Thantos begleitete, mein Erstaunen nicht schlecht, als uns Sherkowulf mit einem Blick begrüßt „bitte nicht gänzlich an seinem Verstand zweifeln, er hat sicher nur was Unverträgliches gegessen“ und Barkl mir im gleichen Atemzug nochmals ein Geschmeide aus wuchtigen Jadesteinen um den Hals legt. Genauso kommentarlos wie Nessel, allerdings mit einer minimal entschuldigenden Miene. Begleitet von den Worten… „Tut mir ehrlich leid, mein großer Herr Loki! Aber ich konnte nicht anders! Wir waren auf dem großen Markt vor der goldenen Stadt, wo die Händler der Stadt ihr Geschmeide anbieten. Und da war ein Händler darunter, der sagte mir, mit dieser Halskette könne man der Welt sichtbar machen, wenn ein großer Anführer in einem steckt… Und ab da würde das jeder sofort erkennen und demütigst sein Haupt neigen… Ihr habt sicher bemerkt, welche Wirkung Fiowan mit seiner Halskette erzielt?! Wie sie seine Regentschaft über die Unaalid schon damit einhellig anerkannten. Genau am Tag seiner Ernennung legte ihm seine Frau das Geschmeide um und bestätigte ihn damit. Für alle Welt sichtbar. Seitdem ist er erfolgreicher denn je, in allem, was er tut. Und deshalb habe ich die Märkte nach solch magischem Schmuck abgesucht. Genau sowas benötigen wir für euch. Dass keiner mehr solche Fragen stellt! Bezweifelt, ob ihr denn zuverlässig sein könnt, wo ihr doch schon in den Diensten unserer Feinde standet?! – Ich will sowas nie wieder hören müssen! Und deshalb habe ich danach gesucht, überall wo wir hinkamen und die Vakuda schon vor uns waren. Überall wo ihre Händler Schmuck und Tand anbieten. Und heute habe ich es gefunden. – Genau danach habe ich so ewig gesucht! Ich weiß es sicher. Es war so, als wenn eine innere Stimme zu mir sprach. Die zwar aus meinem Inneren kam, aber dort normalerweise nicht anzutreffen ist… Also mein Magen hat mit mir gesprochen, will ich damit sagen. Und das hat nichts mit irgendwelcher Verdauungstätigkeit zu tun, was Sherkowulf mir die ganze Zeit über verständlich machen will… Dass ich entweder irre bin oder ein Magengeschwür habe… Keins von beidem! – Ich schwöre es! – Allerdings müsst ihr wissen, werter Herr Loki, dass man sich solch ein Geschmeide nicht einfach so umhängen kann. Die Kette bestimmt selbst, zu wem sie gehören möchte, wer diese besagte Größe in sich trägt… Und als ich euch anreiten sah, vielmehr spürte, wie dieses Geschmeide in meinen Händen mich zum umdrehen bewegen möchte, da wusste ich, es hat euch als seinen Herrn erkannt und will nun an seinen vorgesehenen Platz. Eben an euren Hals, großer Loki!“ – Und damit verbeugt sich Barkl ebenso untertänigst, wie gerade gesprochen, und Sherkowulf, nebendran stehend, guckt zwar noch etwas betreten, folgt aber augenblicklich seinem Beispiel, kaum dass er dem Geschmeide auch nur einen winzigen Blick zugeworfen hat. Und Thantos, noch immer hinter Lokis Rücken stehend, guckt nochmals verblüffter drein und auf Lokis Hals, wo nun schon zwei schmucke Ketten ruhen und beide wirken so, als gehörten sie schon immer genau dahin. Und anscheinend stören sie sich dort auch nicht gegenseitig.

Wie Sterne in der Nacht Lokis Jadeanhänger

Jedenfalls will keiner ihrer beiden Freunde – Sherkowulf und Barkl – irgendwas zu den anderen prunkvollen Gebinden bemerken. Auch Malaek nicht, der nur die gleiche Demutsbekundung der Jadekette oder auch Loki selbst gegenüber zollt. Sich deutlich tiefer vor ihm verbeugt, wie Höflichkeit und Freundschaft es fordern.
Und dann kommt der Trara-Effekt noch obendrauf. Denn Sherkowulf und Barkl vermelden mit einem Mal zeitgleich… „Dieser Anhänger da an der Jadekette dran, der hat sich gerade verändert! Bisher waren da drauf die zwei geöffneten Hände zu sehen, in Weißgold gearbeitet, außenrum der doppelte rotgoldene Rand, wie eine umgebende Schale gearbeitet und innen dieser Glanzeffekt des Gelbgoldes, so als wäre die Mitte heller geschrubbt als die Flächen außenrum…“ – Man guckt sich verwundert an, um dann fortzufahren, wie aus einem einzigen Mund mit zwei unterschiedlichen Stimmen zu sprechen, im gleichen Rhythmus, in gleicher Tonlage und Prägnanz… „Also diese Sonne da, diese aufgehende, in nochmals hellerem Rotgold gearbeitet, fast schon wie eine ganz neue Legierung aus Gelb- und Rotgold wirkend, der man einen eigenen Namen geben sollte: Orangegold? … Es sieht kunstvoll eingearbeitet aus, nicht nur gefärbt! – Dieser Stern oder die Sonne, oder was sonst das auch immer ist, war gerade eben noch nicht da…“ – Und weiterhin keine Bemerkung bezüglich der anderen auffallenden Anhängsel am gleichen eindrucksvollen Hals… Wie kann denn bitte sowas sein? Dass man selbst nochmal was nachlegt und das, was da schon ist, dabei gänzlich übersieht? Bei einem Mann, der bisher nicht mal einen Ring am Finger trug? – Und jetzt trägt er breite goldene Reifen an Hals, Stirn und Oberarmen? Mit richtig auffallenden Symbolen daran? Zu denen keiner eine Frage stellt? Während jetzt einhellig alle intensivst über die aufgegangene Sonne in der Händeschale des Jadegeschmeides diskutieren. Und keiner, aber auch wirklich gar keiner, verschwendet einen Gedanken daran, ob Loki überhaupt die Ablagestation für sämtlichen verfügbaren Schmuck der Umgebung sein möchte? Er ist schließlich der Herr hier – ihr aller Regent?! Und keiner hat es nötig, ihn nach seiner Meinung zu fragen? Oder auch nur um seine Erlaubnis für diesen ganzen Tamtam zu bitten? … Und dass jetzt auch noch alle drüber rumdebattieren müssen?! – Soviel Beachtung und gleichzeitige Missachtung seiner Person musste Loki sicherlich zuvor noch niemals erleben. Thantos weiß einfach gar nicht mehr, was er noch sagen könnte, um den anderen in der Szenerie diesen Augenblick auch nur annähernd verständlich zu machen… Wie unwirklich absurd, bizarr und grotesk es sich erst für den Mittelpunkt der ganzen Aufmerksamkeit anfühlen muss!

©xento-falkenbourg (xfwerk)
ab 16 / je Teilband (Buchdruck 13,5×21,5) ca. 340-450 Seiten
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