Dem Eid verpflichtet

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Buch+Ebook Sterne - Simplizismus 1
Leseprobe zum reinklicken und durchblättern…
Zeitgeise-1.3.2-Simplizismus-xfw1.Auflage-B-LP

Buch+Ebook hell - Simplizismus 2

Auszug aus Simplizismus.Wie geht es Ihnen nach dieser aufregenden Nacht? Ihre Werte konnten sich wieder beruhigen und wenn uns sonst nichts mehr in die Quere kommt, wird es ab jetzt schon sehr bald spürbar aufwärts gehen und Sie können langsam schon wieder anfangen Pläne für Ihre weitere Zukunft zu spinnen…“ – Doktor Kai Abraham, der Stationsleiter der Inneren Medizin im Rastatter Krankenhaus hat zusammen mit seinem Patienten „Rob“, Robert Moselberg, eine anstrengende Nacht durchlebt. Schwester Yvonne war ebenso engagiert, den lebensmüden, schwer depressiven, nahezu weggekippten Trucker wieder zurück auf die irdene Seite des Lebens zu ziehen. Er wollte gehen. Hatte sich längst verabschiedet. Aufgegeben. Grundlos? Sicher nicht. Aber wer weiß das schon von einem fremden Menschen. Leben wir doch alle nebeneinander in manchmal so weit voneinander entfernten Bereichen der gleichen großartigen Welt, wie sie durchaus auch erscheinen kann. Hat man eben Glück und sitzt in der richtigen ersten Reihe. Rob Moselberg war darin wohl nicht ganz so begnadet, genauso wenig wie Kai Abraham und seine mit ihm eng befreundete Krankenschwester Yvonne es sind. Kai fliegt ständig aus seinen Jobs wieder raus, weil er sich stets weiter über seinen Tellerrand hinausbeugen muss, als ihm als Stationsleiter zusteht. Er Mittel und Wege für die Versorgung und Betreuung seiner Patienten nutzt, welche die jeweilige Krankenhausleitung als ihr Privileg zu nutzen betrachtet. Private Fördergelder dieses spitzzüngig als „süddeutschen Kronprinzen“ bezifferten Multimilliardären Graf Doktor Stefan vanGeußen. Nahezu jeder spricht diesen Namen unterdessen mit Ehrfurcht aus und meist in Kurzform als „vG“ und überall im medizinischen Sektor stolperst du über seine Fördertöpfe, für soziale Zwecke vormerklich dort aufgestellt. Hilfe für die Ärmsten der Armen. Und für nichts anderes verwendet sie Kai. Einem besonders armen Teufel wieder auf die Beine zu helfen. Ein komplett unversichertes Straßenkind, gleich welchen Alters, das es doch noch bis ins Refugium eines Klinikums schafft oder auch nur ein biederer Kassenpatient, der sich größeren Luxus als dieses nicht leisten kann und damit für die Privilegierten-Versorgung nicht in Frage kommt. Weil seine Versicherung sich solche Maße nicht leisten möchte oder kann. Eine Hoffnungslosigkeit, die sich immer mehr ausbreitet. Gerade die der Unversicherten, der verlorenen Kinder der Welt. Kai sieht keinen Sinn darin, diesen verlorenen Seelen nur ein Pflaster in seiner Privatpraxis drauf zu kleben, wo es auch andere Möglichkeiten gibt. Also nutzt er sie, die Fördergelder, die doch genau für solche Hilfesuchenden hinterlegt wurden?! Und dafür wird ihm des Öfteren die Quittung serviert. Er bekommt – auch dieses Mal wird es so laufen – eine exzellente Beurteilung seitens des Krankenhauses und eine Frist von vier bis sechs Wochen sich ein neues Umfeld für seine „Frömmigkeit“ zu suchen, wie es sein letzter Krankenhausvorstand bei seiner Entlassung ausdrückte. Da er hervorragende Arbeit verrichtet, traut sich keiner härter durchzugreifen… Schließlich könnte er sich mit einer Beschwerde an diesen fast schon heiliggesprochenen Milliardär wenden und ihm erzählen, was passiert, lässt man die Gelder wirklich den Bedürftigen zukommen… Kai ist jedoch kein Politiker, kein Aktivist, kein Weltverbesserer. Er will nur denjenigen helfen, die direkt vor seine Füße fallen. Denen er deshalb als Arzt zur Hilfe verpflichtet ist, so besagt es der hippokratische Eid, an den er sich als Mediziner gebunden sieht. Zwar schwört heutzutage keiner seiner Kollegen mehr auf Apollon und Hygieia und Panakeia, aber alle, die er aus dieser Sparte wertschätzt, sehen sich dem Leidenden gegenüber aufgefordert zu helfen.

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