Burgenrunde in der Pfalz

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

*Respekt vor dem Zusammenspiel von Gestern, Heute und Morgen *


Buch+Ebook hell - Seelenverwandte 1

Auszug aus Seelenverwandte. Los geht‘s vom Schönauer Parkplatz aus der Ortsmitte in östlicher Richtung über einen lang gezogenen Anstieg auf der Südseite des Sindelsbergs. Der Pfälzer Wald beweist den Jungs, dass er seinen Namen verdient… (Stefan) „Jetzt weiß ich, warum das Pfälzer Wald heißt. Und ich dachte immer der Schwarzwald sei waldig…“ – Hi hi – „Gut, wenn das so waldig bleibt bei der aufkommenden Hitze. Es geht doch heute öfter mal steil hoch- und wieder runter?“ – Stefan ist ganz in seinem Element. Der Wald ist kühl und schattig und die Junihitze des Morgens kann sie hier erstmal gar nicht groß irritieren. Die Welpen schleppen fleißig Stöckchen von vorne nach hinten an der Truppe vorbei und wieder zurück. Sie haben ihre Aufgabe, als Hütehunde die Mannschaft zusammenzuhalten, gut verstanden. Volker liefert derweil Hintergrundinformationen… „Das Wasgauer Felsenland ist reich an bizarren Sandsteinfelsen, die oft als freistehende Felstürme, -riffe, -klötze oder auch Felsmauern hoch oben am Berggipfel oder näherer Umgebung in dieser Mittelgebirgslandschaft zu finden sind. Sie entstanden im Laufe von Jahrmillionen durch Verwitterung und Abtragung der unterschiedlich stark verfestigten Gesteinsschichten des unteren und mittleren Buntsandsteins. Im zwölften und dreizehnten Jahrhundert errichtet man darauf Reichsburgen. Man konnte sie gut verteidigen, da man von unten nur schwer an sie rankommt. Der Zugang ist oft nur über schmale Felstreppen möglich, die leicht zu verteidigen sind. Weiter oben in der Burg nutzte man gerne Leitern, die man bei Gefahr einfach nach oben zog. Viele Burgen zieren tiefe Stollen im Felsgestein, um an Frischwasser zu gelangen, in manchen Fällen gibt es sogar Treppenstufen im Brunnen selbst. Tiefere Brunnen reichen auch gute Hundert Meter weit runter…“ – Während Volker Geologie- und Geschichtsvorträge hält, genießt Leopold die Hand seiner Hannah in der seinen und die Harmonie des Moments. Die Hunde tollen um sie herum, diejenigen die sich nicht an Volkers Wissen erlaben wollen, haben Reichliches zu besprechen… Nina ist fleißig dabei Erik mit Rezepten zu Selbstgebrautem und Eingekochtem zu beeindrucken, Lennard schweigt genüsslich still. Silvio, dem er seit einigen Tagen interessiert nachschaut, läuft direkt vor seiner Nase und spielt mit den Welpen und ihren Stöckchen. Das scheint Lennard sehr zu gefallen. Tobias und Darius sind genauso glücklich vereint, im Stillen Händchen haltend. Tim versucht derweil seine Melissa zu beeindrucken, die ihm noch immer die kalte Schulter zeigt, dabei aber äußerst interessiert wirkt. Marianne und Daniel versuchen erneut herauszufinden, wer von ihnen über die stärkeren Nerven verfügt und künftig das Sagen hat. Man ist sich einig, dass ein Waffenstillstand erst möglich wird, wenn man das klarstellen konnte. Lydia lächelt zufrieden in den Rücken ihres Volkers, dass sie beide ein festes Paar sind, wissen eigentlich schon längstens alle außenrum, nur die beiden selbst noch nicht. Dagmar und Rolf rätseln, wie viele Schwangere es in naher Zukunft noch dazugeben könnte. Beide klingen hocherfreut. Harry und Maria schweigen genauso still wie die anderen gefundenen Paare, Hand in Hand lächelnd vereint, auch sie… Als sie an der Weggabelung ankommen, sind Stefan und Friedrichs Ohren bereits vor Aufregung auf die anstehende Burgruine tiefrot und sie beschleunigen immer mehr ihre Schritte. Die Hunde finden das toll und machen sofort mit und Volker joggt mit ihnen zusammen den zuletzt doch recht schmalen Pfad nach oben… Als sie schließlich die Wegelnburg auf ihren 572 Höhenmetern erreichen, sind die Jungs ganz aus dem Häuschen. Solch eine Burg haben sie ja noch nie gesehen! Wahnsinn!! Auf einem breiten Felsenturm erbaut. Diese höchstgelegene Reichsburg der Pfalz bietet ihnen an diesem klaren Tag einen atemberaubenden Ausblick auf die umliegenden Wälder des pfälzisch-elsässischen Wasgaus, weit hinüber in die Rheinebene und zum nördlichen Schwarzwald. Eichelberg, Fremersberg und Hornisgrinde glauben sie klar zu erkennen… Man schirmt die Augen mit den Händen gegen die Sonne ab und steht Mann neben Mann – und genauso auch Frau neben Hund – und diskutiert fleißig darüber, welcher dunkle Bergrücken jetzt wer sein könnte, die Rheinebene mit möglichen und wahrscheinlichen Siedlungen inspizierend, Gebäudekomplexe entlarvend, den Rhein ganz genau in seinem Verlauf enttarnend. Gegenüberliegend auf etwa gleicher Höhe erkennen sie ihre nächsten Zielburgen vor sich, die Hohenburg im Südwesten und die Löwenstein am gleichen Bergkamm ganz nahe daneben, aber doch mehr direkt südlich von ihrer Position. Volker meldet sich zu Wort… „Diese ehemalige Reichsburg ist eine typische Wasgauer Felsenburg mit Kammern, Felsentreppen und Ausarbeitungen am Felsen. Ende des zwölften Jahrhunderts von den Staufern erbaut und von den Franzosen 1680 zerstört. Es sind noch einige Mauerreste aus dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert erhalten… Schaut beispielsweise da drüben und hier…“ – Die Jungen und genauso die anderen Teammitglieder, die bisher noch nie auf solch einer Felsenburg waren, laufen mit entsprechenden Ahs und Ohs aufgeregt umher. Volker ist sichtlich zufrieden, dass seine Lieblingsburgen derart Anklang finden. Dennoch ruft er schon bald auf zum Weitergang, leicht Richtung Südwesten, mehr oder weniger auf der Höhe bleibend. Genau in einem Joch zwischen Wegelnburg und Hohenburg überschreiten sie beim Maidenbrunnen die Grenze nach Frankreich. Die nächste Burg liegt nur gut einen Kilometer entfernt, zusammengenommen haben sie damit die ersten sechs Kilometer gemeistert… Die Burgruine Hohenburg auf 553 Höhenmetern bietet ebenfalls einen wunderbaren Ausblick und beeindruckt mit im Detail gut erhaltenen Burgresten. Volker, der Reiseleiter, ist wieder dran… „Die Hohenbourg wurde im dreizehnten Jahrhundert erbaut. Das besonders beeindruckende an ihr ist, dass sie fast nur aus einem einzigen hohen Felsen besteht, der schon von Weitem betrachtet eindrucksvoll imposant wirkt. Vor allem wenn man von unten vom Tal heraufkommt. Und nicht wie wir über den Höhenweg. 1523 während des Bauernkriegs wurde sie teilweise zerstört. Die Anlage hat einen ausgefallenen Aufbau. Der Burg war im Westen ein Torrondell vorgelagert… Seht ihr hier und da drüben?! … Dieser Treppenaufstieg führt in einen Vorhof der ursprünglichen Unterburg, aber die Mauern sind zerstört… Seht ihr diese Verzierungen in der Sandsteinpforte? Von da ging es in den Hof der Oberburg… Hier ein gemeißeltes Regenauffangbecken, Zisterne genannt. Da drüben die Mauerreste, das waren Wohnbauten, hier ein Treppenturm und die Reste einer weiteren Pforte…“ – Auch hier folgt man bewundernden Blicks der Hand Volkers nach und so weit möglich wird auch direkt hochgeklettert. Die aufgeregten Hunde werden unterdessen von den Frauchen im Arm gehalten, Maria hält ihren Wiffwaff, Hannah ihre Minni und Lydia Volkers Mickey, während Harry glücklich und fasziniert jedes Wort Volkers geradezu inhaliert… Darius strahlt auch mächtige Begeisterung aus, wobei man bei ihm nicht ganz sicher sein kann, ob daran wirklich die Burg alleine Schuld trägt und es nicht vielleicht doch am Ende nur dem guten Tobias zu verdanken ist? – Nach kurzer Besichtigung wird auch hier zum Abmarsch geblasen. Die wenige Minuten weiter südlich gelegene Burgruine ist das nächste Ziel.

Teil1+2 - Seelenverwandte

Die Löwenstein oder auch Linkenschmied stand oben errichtet über zwei Buntsandsteinfelsen, die über einen Brückenzug miteinander verbunden waren. Nur noch wenige erhaltene kleinere Ruinenstücke erinnern an sie. Sie wurde 1386 zerstört. Es soll eine richtige Räuberhöhle gewesen sein. Der berüchtigte Raubritter Linkenschmied hat hier gehaust, der am Galgen in Frankenthal später sein Ende fand. Wegen ihm wird die Burg auch Linkenschmied genannt. Er führte seine Gegner in die Irre, indem er seinen Pferden die Hufeisen falsch herum aufschlagen ließ… Seht ihr da drüben den Bergrücken? Über diese auffallenden Langenfelsen geht‘s gleich rüber nach Westen und dann steil bergab, runter zur Fleckenstein. Dort wird gevespert!“ – Der Felsenweg gefällt prächtig, die Hunde wuffen aufgeregt und die Jungs balancieren begeistert über die Klippen. Alle wirken glücklich und wahrhaft zufrieden. Als sie nach steilem Abstieg diesen Koloss aus Buntsandstein vor sich sehen, die größte Felsenburg der Nordvogesen, verstehen sie sofort, dass die Burg eine der stärksten touristischen Anziehungspunkte der Nordvogesen ist. Volker hat ihnen schon auf dem Weg fleißig von ihr erzählt… „Burgruine Fleckenstein liegt auf 338 Höhenmetern, gut 150 Meter über dem Tal der Sauer. Eine imposante Burgruine, die auf einem 92 Meter langen, 40 Meter hohen, aber nur 8m breiten Felsen steht und deshalb als uneinnehmbar galt. Die erhaltenen Mauerreste sind enorm, ihre zahlreichen Felsenkammern und der spektakuläre Burgfelsen beeindrucken noch heute… Wir machen eine Besichtigungstour um 12 Uhr mit, deshalb müssen wir uns jetzt beeilen, dass wir noch vorher was Anständiges zwischen unsere Zähne bekommen. Ich für meinen Teil habe nämlich ordentlich Durst und was zu essen könnte ich jetzt auch ganz gut vertragen…“ – „Ja, ich aber auch!“ – Stefan ist dabei und Friedrich genauso… „Ja und ich ebenso!!“ – Die Rücksäcke werden sofort runtergenommen und erstmal das Wichtigste rausgezogen, die Getränke. Jeder Stopp an diesem Tag führt sie sofort zu ihren Flaschen. Unendlich schön dieses Wetter und geradezu in der Sonne glühend heiß. Und oben auf den Burgen sind sie vollkommen ungeschützt. Die Mütter packen ihre Sonnencremes aus und verarzten die Jungs, die schon richtiggehend rote Nasen und Nacken haben. Auch die größeren Jungs werden mitversorgt und ordentlich eingecremt. Volker wehrt sich nicht gegen diese Betüddelung seitens Lydias, die diesbezüglich wohl alle Rechte bei ihm genießt… Die belegten Brote und der Kartoffelsalat und die Fleischküchle und dazu frische Paprika, Möhren und Gurken und rohe Zwiebeln werden genauso gierig verdrückt wie kalte Bratwürste und panierte Schnitzel, die es auch noch gibt. Zudem gekochte Eier, Krautsalat und reichlich Äpfel und Orangen. Einen Müsliriegel als Wegzehrung während der Burgführung, steckt jeder noch schnell ein und schon müssen sie wieder zusammenpacken, denn es ist kurz vor zwölf und die Besichtigungstour dürfen sie keinesfalls verpassen… Die riesige Burganlage mit ihrer in elsässischer Mundart geführten Führung wird ein richtiggehendes Sahnebaiser. Von Volkers Seite als passender Elsässer Nachtisch kredenzt. Danach pausieren sie nochmals ein wenig und suchen nun schon genauestens die Umgebung ab, weil sich ihre Camping-Genehmigung auf eine bestimmte Markierung bezieht und die können sie einfach nirgendwo entdecken. Also geht Leopold nochmals zurück zur Burg und erkundigt sich… (Leo) „Alles klar, etwas weiter nach da drüben, seht ihr? Hier die Markierung. Ab hier dürfen wir Zelte aufstellen und von da ab nach hinten unsere Grills. Sie wollen kein Lagerfeuer sehen, also bitte nichts dergleichen aufbauen… Okay?“ – Die Frage richtet Leopold an Rolf, Pepe, Franz, Tanja und Dagmar, die jetzt zurück zum Parkplatz laufen, ihren Bus mit Grill- und Campingzubehör herzufahren, um die Festivität am späten Nachmittag vorsorglich vorzubereiten. Damit die hungrigen Krieger ihr Abendessen rechtzeitig erhalten, wie geplant… Die Sportlichkeit der Truppe ist ungetrübt und die fünf machen sich auf den Weg zurück gen Norden und über die Grenze zur Pfalz. Während der Rest der Mannschaft sich weiter westlich orientiert… Dieser Teil der Tour zieht sich etwas hin und Volker und Leopold prüfen vorsichtigen Blicks, ob sie nicht vielleicht noch jemanden weiteren zurück zu den Autos schicken sollten. Aber nein, alle weiterhin top fit und in aller bester Stimmung… Schon geht‘s wieder los. Abstieg westseitig hinunter in das 150 Meter tiefer gelegene Tal der Sauer. Dort überqueren sie unterhalb des Dörfchens Hirschthal Straße und Bach, um dann linkerhand einem schräg aufwärts gewundenen Pfad zu folgen. An der Süd- und Westflanke des Fuchsbergs entlang erreichen sie, zuletzt leicht absteigend, die kühn auf einem schmalen Felsenriff mit vorgelagertem Felsturm erbaute Ruine Froensbourg auf 350 Höhenmetern. Reiseführer Volker berichtet… „Die Ruine der Frönsburg gehört zu den mächtigsten Felsenburgen der Gegend. Sie untergliedert sich in eine östliche und eine westliche Burg. Der nur kleine westliche Fels ist durch eine Brücke mit dem östlichen Felsen verbunden. Es gibt Felsenkeller und zahlreiche Mauerreste. Die erste Erwähnung erfolgte 1269. Eine Sage erzählt, dass hier einst ein Riese wohnte, der so groß war, dass er mit gespreizten Beinen über dem Tal stehen konnte.“ – Auch hier ist man beeindruckt und langsam auch schon etwas müde. Der Zigeunerfelsen liegt als nächstes auf dem Plan und dann folgt noch die Wasigenstein, die man einfach nicht auslassen kann. Und dann geht‘s auch schon wieder zurück nach Schönau zum Parkplatz – aber alles zusammen schon noch ´ne ordentliche Runde. – Die Jungs wollen doch noch jeder einen Apfel essen und vielleicht auch nochmals einen Müsliriegel. Getrunken haben sie fleißig, nur so langsam fehlt der direkte Erholungseffekt, den das Trinken sonst bewirkt. Volker führt sie auf verschlungenen Pfaden über den Col-de-Hichtenbach auf 357 Höhenmetern am Almenfels vorbei zum Zigeunerfelsen. Auch hier wurde der natürliche Sandsteinfels zum Bau einer befestigten Anlage genutzt. Der Anblick der luftigen Holztreppe, die hinaufführt, weckt unsere müden Krieger wieder auf und auch dieser Felsen wird mutig erklommen. Allerdings muss Volker seinen Mickey auf dem Arm tragen, Leopold seine Minni und Harry seinen Wiffwaff. Hunde hatten die damals wohl nicht, so wie ihre aktuellen Hunde entsetzt auf diese Treppe reagieren… Volker meldet sich zu Wort… „Man vermutet, dass es sich beim Zigeunerfels, dem Rocher-des-Tziganes auf 470 Höhenmetern, einst um eine Vorburg der Wasigenstein handelte. Der richtige Name der Anlage sowie die Historie liegen im Dunkeln. Nur noch wenige Überbleibsel wie Balkenlöcher und Felsentreppen lassen darauf schließen, dass es sich einst um eine Burganlage gehandelt haben könnte… Der Name Zigeunerfels beruht auf einer räuberischen Zigeunerbande, die Reste der Burg zu ihrem Unterschlupf machten.“ – Von hier haben sie es nicht mehr weit bis zur Burg Wasigenstein rüber. Hinunter zum Pass, namentlich Cole-de-Goetzenbourg, eine Wegspinne mit mehreren sich kreuzenden Wanderwegen und der Fahrstraße von Niedersteinbach nach Wengelsbach und einem Wanderparkplatz mit gemütlicher Sitzgruppe, die für ihre anschließende Grill-Campingparty zur Diskussion stand. Aber der Platz am Forsthaus bei der Fleckenstein liegt weitaus offener und mit dem Blick auf die imposante Burg im Hintergrund viel anschaulicher. Und sie haben dort ausreichend Fläche für ihre Zelte und ihr geplantes Fußballmatch. Volker stimmt beim letzten Anstieg seine müde Truppe auf die vor ihnen liegende, sagenumwobene Burg ein… „Der Wasigenstein ist eine der wildromantischen Burgen der Pfalz mit großem Mythos. Die Burganlage aus dem dreizehnten Jahrhundert ist eine Doppelburg, Groß- und Klein-Wasigenstein, und wurde, typisch für die Felsenburgen des Wasgau, auf zwei freistehenden hohen Felsenriffen erbaut. Der größere Burgteil kann mit Hilfe luftiger Treppen bestiegen werden. Auf den früher als Wohnturm genutzten kleineren Teil führt eine Wendeltreppe… Nach der Legende des mittelalterlichen Waltharilied kreuzten hier die Recken Gunther vonBurgund, Hagen vonTronje und Walther vonAquitanien ihre Klingen. Die Schlucht hier, zwischen den beiden Burgen, soll der Schauplatz der im Waltharilied beschriebenen Kämpfe sein. Walther soll sich im Schatten mit seiner geliebten Hildegunde ausgeruht haben… Einen kleinen passenden Auszug aus dem Waltharilied gefällig, übersetzt von Joseph Victor vonScheffel?!

Waltharilied (Auszug)
Walthari ritt indessen landeinwärts von dem Rhein.
In einem schattig finstern Forste ritt er ein.
Das war des Weidmanns Freude, der alte Wasigenwald,
wo zu der Hunde bellen das Jagdhorn lustig schallt.
Dort ragen dicht beisammen zwei Berge in die Luft,
es spaltet sich dazwischen anmutig eine Schlucht,
umwölbt von zackigen Felsen, umschlungen von Geäst
und grünem Strauch und Grase, ein rechtes Räubernest.
Er schaut’ den festen Platz. „Hier“, sprach er, „lass uns rasten,
des süßen Schlafes musst’ ich schon allzu lange fasten;
das war seit vierzig Nächten auf hartem Rosses Rücken
über den Schild gelehnet, ein unerquicklich Nicken
.“
Ab tat er Wehr und Waffen und in der Jungfrau Schoß
lehnt’ er sein müdes Haupt: „Nun, teurer Fluchtgenoß
Hildegund, halt sorgsam Wacht! Und steigt vom Tal herauf
fahldunkle Staubeswolke, dann wecke leis mich auf;
doch käm’ auch angeritten ein ganzes Heer von Recken,
so sollst’ du doch, Vielteure, nicht allzu schnell mich wecken.
Ich traue deinen Augen. Die sind gar scharf und rein,
die schaun weit in die Lande…
“ – So schlief Walthari ein.
Im Sand sah König Gunther die Spur von Hufestritt,
anspornend trieb den Renner er nun zu schnellerm Schritt.
Herbei“, rief er, „ihr Mannen! Noch heute fangn wir ihn
samt den gestohlenen Schätzen, er soll uns nicht entfliehn.

Buchecke - Seelenverwandte

Als sich die Burgunden unter Geleitschaft ihres König Gunthers näherten, stellte sich Walther taktisch geschickt in den engen Felsspalt und tötete elf Kampfgenossen Gunthers im Einzelkampf. Am folgenden Morgen kam es auf einer talwärts gelegenen Lichtung zum Kampf Walthers gegen Hagen und König Gunther (König von Burgund, siehe Nibelungenlied). Gunther verlor einen Schenkel, Hagen ein Auge und Walther seine rechte Hand. Hildegunde wusch die Wunden mit Rotwein aus und stiftete Frieden. Nachdem der Bruderbund geschlossen war, zogen Walther und Hildegunde nach Aquitanien weiter, heirateten und lebten dort fortan als königliches Paar… Volker, zurückgekehrt zum original badischen Volker-Ton… „Im dreizehnten Jahrhundert gegründet, belegte die Burganlage zunächst nur den östlichen Teil des Burgfelsens, wurde aber ab 1299 umsichtig erweitert und durch eine zweite Burganlage auf dem westlichen Anteil des Felsens ergänzt. Seither war sie eine Doppelburg… Die offene Anlage begeistert durch ihren spektakulären Burgfelsen, unzählige Felskammern, die noch erhaltenen Felsentreppen und eines der besterhaltenen Maßwerkfenster des Elsass.“ – Eine ordentliche Pause haben sie sich verdient. Auf der imposanten Burganlage schmecken die letzten Überreste ihrer ursprünglich so üppigen Wegzehrung hervorragend. – Die letzten Tropfen Getränk bewahren sie noch vorsichtshalber auf, aber den essbaren Anteil verzehren sie und auch die Hunde schlappern gierig aus ihrer Wasserschüssel und strecken ermattet alle Viere von sich. Nach einer halbstündigen Rast sind alle soweit wieder munter, dass die Burg ausführlich erkundet werden kann und noch eine halbe Stunde später machen sie sich auf den Rückweg. Runter ins Tal über den Cole-de-Goetzenbourg nach Wengelsbach. Den idyllischen Ort genüsslich querend, auf der gegenüberliegenden Seite dem Flüsschen Wengelsbach folgend, vorbei an den Fischweihern, geht es zügig, immer hungriger angefühlt zurück nach Schönau, wo sie erneut die Grenze passieren. Angekommen, ziehen sie sich erstmal die Schuhe aus, strecken ihre qualmenden Füße in die Luft.

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

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Zeitgleise-1.7.1-Seelenverwandte-xfw1.Auflage-B-LP

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