Blödlkram, zu heroischen Mythen verklärt

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit
Symbolismus (Teil1), Buch Haselnussgeist


Wo die Erde sich verstanden fühlt.
Die alte Bibliothek noch steht.

Symbolismus
Teil 1 12,49 €
352 Seiten, ISBN 9783754328019, Taschenbuch, Verlag BoD.de


Buch+Ebook hell - Symbolismus 1

Auszug aus Symbolismus. (Zwergl) „Nun, falls du wissen willst, ob ich verlobt bin? Bin ich nicht. Wie auch? Du bist ja weggerannt! Sahst völlig verstört aus. Die Christine ist genau da wo sie stand zusammengeklappt. Hat nur noch panische Angst um dich geschoben und mir vorgeworfen, ich würde dich nicht richtig lieben, sonst könnte ich doch sehen, wie sehr du meine Hilfe benötigst und ich müsste dich suchen gehen, denn du bist in Gefahr… Sie meint du wärst an einem üblen Ort mit fauchenden Monstern, wo die Finsternis über das Licht herrscht und alles Lachen und Glück von einem grauenvollen Schattenmonster verschlungen wird. Sie sagt, du bist weggelaufen, um es wegzulocken. Dass es mich nicht bedroht… Ignaz, was weiß sie von dir und deinen Albträumen?! Sie sagt, du hättest panische Angst davor, sie könnte dich berühren?! Du hast Angst vor ihren Händen?! – Was bedeutet das Ignaz? Ich hätte schwören können, du fürchtest dich vor nichts und niemandem, noch nicht mal vor der Hölle selbst, hast du Angst…“ – Eine Antwort kriegt er nicht mehr, der Blick seines Bruders ist schon wieder geistig entrückt. Er war nur so lange wach, bis er sicher wusste, dass der Zwergl auch ohne ihn zurechtkommt. Seine in Ignaz Ohren logisch formulierten Fragen haben ihm wohl genau das gesagt: Es geht ihm gut, er kommt zurecht. Er atmet und lebt… Na ja, die Christine behält wohl in richtig vielen Bereichen Recht. Das gefällt ihm jetzt nicht gar so gut. Denn damit hat sie auch Recht, dass Ignaz seine Hilfe benötigt und er weiß ja kaum, wie er sich selbst helfen könnte? Wie soll das also funktionieren, wenn der Ignaz echte Probleme hat? Wo er doch nicht mal Pillepallekram hingebogen kriegt? Zumindest fühlt er sich grad so, als er Ignaz starken Arm um seinen Hals herumschlingt und mit der Hand festhält. Sein anderer Arm liegt um Ignaz Hüfte, wo er seine Finger unter dessen engen Gürtel klemmt. Jetzt kann ihm der Bruder nicht mehr aus den Händen rutschen, auch wenn seine Füße etwas unmotiviert wirken. Die meiste Zeit bewegen sie sich aber doch einigermaßen harmonisch zu Zwergls Schritten dazu. Sonst würden am Schluss noch Ignaz Lieblingsschuhe ruiniert. Diese Boots, die er wirklich liebt. Zwergl hat sie für ihn ausgewählt. Noch in Salzburg oben. Ignaz wollte sie partout nicht, sie waren teuer… Kostspieliger als ein Kleinwagen, so Ignaz Worte dazu und deshalb sagt er ja auch konsequent nein, bis Zwergl ihm den Geldbeutel abnimmt und selbst bezahlen geht. Seitdem werden diese Schuhe von seinem Bruder beschützt, als wären sie aus purem Gold angefertigt und nur für ihn… So als hätte Zwergl sie handgefertigt und nicht nur ausgesucht und bezahlt. Und dazu war es ja auch noch Ignaz eigen verdientes Geld. Also er kann noch immer nur drüber lächeln, wie der Bruder auch heute noch mit rumtut, als hätte er, Zwergl, was wirklich Tolles getan… Ja, sein Bruder! Der hat schon immer jeden Scheiß von ihm toll gefunden. Egal welcher Blödsinn es war. Es kam ja von ihm, Zwergl, und deshalb musste es toll sein. Wie oft schon zweifelte er an Ignaz Verstand, weil er so einen Hexentanz um ihn veranstaltet. Ehrlich! Die Aktion hier, dass er Ignaz den Berg runterbringt, wird die nächsten zehn Jahre als Heldentat gefeiert werden. Genauso ist sein großer Bruder gestrickt. Die wirklich tollen Sachen werden stillschweigend unter den Teppich gekehrt und am besten nie wieder drüber gesprochen, während der Blödlkram, also selbige Taten von ihm, zu heroischen Mythen verklärt werden. – Echt Mann! – Er setzt ihn auf den Beifahrersitz, steigt auf der Fahrerseite ein und fährt los. Selbstredend. Er wird dafür zum Helden gekürt, da sollte er ihn wenigstens doch nach Hause bringen können, nicht am Ende noch um Hilfe rufen müssen. Aber selbst dann würde der Ignaz eine Heldentat draus formen. So ist er nun mal… Als er am Austrittspunkt der Innenstadtschutzzone Richtung Autobahnzufahrt vom Torwächter zur Seite gewinkt wird, ist das schlichtweg Pech! Mit etwas Glück kommt man hier in ihrem friedlichen Graz doch ganz locker ohne Kontrolle raus aus der Schutzzone, rein dafür nie ohne gültigen Passierschein. Den er natürlich griffbereit hält. In Salzburg wäre sowas niemals denkbar. Bereits seit Jahren ist die Stadt in alle möglichen Schutzzonen unterteilt und keine Zone traut auch nur den Wächtern der anderen. Das heißt du hältst ständig deinen Passierschein in der Hand und bereitest dich auf verbale Rechtfertigung vor, willst du von A nach B überwechseln ohne plausiblen Grund. Also willst du ins Krankenhaus, was in B liegt, musst du das bei sichtbarer Notlage nicht näher erläutern, passierst du Tor A rüber zu Tor B, hältst auch noch den Passierschein artig hoch und zudem deine Krankenversicherung oder wenigstens doch erkennbar ausreichend Geld. Wobei Krankenversicherungen immer seltener werden – genau wie dicke Geldbörsen oder gar noch gültige Passierscheine quer durch die Stadt. Auf dem Schwarzmarkt spielen sie deshalb ein Vermögen ein… Ja! Ja! Unsere Welt ist für wahr pingelig, ewig kompliziert geworden. Anstrengend und keiner traut mehr dem anderen weiter, als dass er schauen kann. Was sich im Regelfall als gesund beweist… Aber hier bei ihnen in der Steiermark geht‘s doch nochmal etwas entspannter zu. Nur Zugänge werden akribisch streng abgeriegelt und überwacht, Abgänge dagegen durchaus entsprechend lax gehandhabt. Man will – wenn man nicht muss – ja nicht die Zechbrüder am Wiederkommen hindern?! Dieserlei touristische Umsätze halten überall auf der Welt das Leben und die Kultur in den Innenstädten lebendig. Auch hier weit außerhalb des großen Trubels, wo es andernorts ohne bewaffnete Patrouillen meist gar nicht mehr geht. Hier in Graz hängt dagegen nur ein recht leger gehaltenes Drahtgeflecht um diesen Innenstadtsektor herum, den man mit etwas gutem Willen auch Schutzzonenabschirmung schimpfen kann. Aber verglichen mit anderen Städten ist es mehr oder weniger nur ein höherer Gartenzaun. Demnach auch die Bewacher deutlicher entspannter als an anderer Stelle im Land. Aber ab und an schalten sich Polizeieinheiten mit dazu und dann wird aus dieser lockeren Durchwinkeaktion auch mal ´ne formvollendete Polizeikontrolle. Wie eben in diesem Moment. Ausgerechnet! Er reagiert verständnisbereit entspannt. Laut seinen falschen Dokumenten ist er bereits 18, schon klar. Aber deswegen hat er noch lange keinen Führerschein einstecken und seine Papiere sind ja eben auch nicht echt. Sicherlich gute Fälschungen, aber auf die Wache sollte er sich damit besser nicht verschleppen lassen… (Zwergl) „Meine Herren? Wie darf ich behilflich sein?“ – Der Vordere leuchtet mit der Taschenlampe in ihre Fahrerkabine. Sieht besorgt den Bruder an, dann wieder ihn… „Ihrem Bruder ist wohl der letzte Krug nicht wohl bekommen?“ – Obwohl es weit und breit nicht nach Alkohol riecht… Zwergl schüttelt den Kopf… „Nein. Wir wollten zwar etwas trinken gehen, haben uns dann aber drauf konzentriert unsere Liebesthematik detailliert zu erörtern und der Ignaz kapierte endlich, wie müde er schon die ganze Zeit ist, deshalb habe ich ihm den Sitz nach hinten geklappt, dass er etwas ruhen kann… Ich hoffe, ich muss ihn jetzt nicht wecken?! Das ist der erste richtige Schlaf, den er seit Wochen kriegt… Wissen Sie, er arbeitet hart. Muss mich mit allem umsorgen und deshalb findet er für sich selbst keine Erholung…“ – (Wachmann) „Alles gut! Habe mich gewundert, dass es so nach Garnichts bei euch riecht. Normal eigentlich immer nach irgendwas, wenigstens doch Essen oder Zigarettenqualm und selbstverständlich auch immer irgendwie nach Alkohol. Freut mich Junge, dass ich das bei euch nicht überprüfen muss! – Ob du noch fahren kannst, meine ich… Also dann noch gute Heimfahrt und lass ihn richtig gut ausschlafen. Hat er sich verdient, wenn er einen so prachtvollen jungen Mann großgezogen hat… Gute Nacht.“ – Nun, die Ausbildung beim Grauen beinhaltet Grundwissen für alle Lebenslagen. Auch, wie man die richtigen Worte für den jeweiligen Ansprechpartner raussucht. Man muss richtig abschätzen, wo Derjenige seinen beziehungsweise ihren schwachen Punkt hat und symbolisch gesehen, dezent seinen Finger drauflegen und sanft streicheln… Der gute Wachtmeister stand auf verantwortungsbewusste junge Leute, solche, die sich umeinander sorgen, für einander da sind. Brüder, die sich gegenseitig umeinander kümmern, war alles, was er bestätigt haben musste, da war sein Wunsch nach mehr schon längst getilgt. Er grundzufrieden. Das mit den Fahrzeugpapieren wäre sicher noch gut gelaufen, aber das mit dem Führerschein nicht. Und den muss man immer vorstrecken. Sowas wie grad gibt es überhaupt nicht. Und wahrscheinlich wird der Kollege hintendran deshalb auch nachfragen. – Was das denn grad war?!

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Erzählt von Hoffnung und Zuversicht.

Zeitgeise-1.3.2-Simplizismus-xfw1.Auflage-B-LP


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