Aus dem Nichts des blauen Himmels

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit
Stenka Biedermann (Teil1), Buch Haselnussgeist


Auf der Suche nach dem nächsten Abzweig.
Denn der Weg ist schmal.


Buch+Ebook blau - Stenka Biedermann 1

Auszug aus Stenka Biedermann. Wigge versucht den irrigen Himmel über sich zu berühren, den horrenden Widerborst mit seinen schlanken Fingerspitzen zu ertasten, von dem seine Hubschrauberwinden kurz zuvor abprallten, dabei grotesk verbogen und den Helikopter heftigst abstürzen ließen. Er mutmaßt enorm harten Widerstand, der sich ihm da entgegenstellte. Aber nichts! Gar nichts ist da oben zu spüren! Wie Leerraum sich eben anfühlt! Weit entfernt von irgendeinem Dach! Er spürt frischen Luftzug, einem aufbrausenden Sturm nicht unähnlich, obwohl der sichtbare Himmel Windstille prognostiziert und schon Mal gar keine Feuchtigkeit erahnen lassen will, die da oben aber deutlich fühlbar ist… Und dann sieht er ihn! Nochmals grotesker im Anblick! Der Oberkörper eines sichtlich riesenhaften, schrankbreiten Arabers, der aus dem hohlen Nichts des blauen Himmels zu ihm durchdringt und sich in Gebärdensprache mitteilen muss, da Wigberts Ohren aber auch gar nichts vernehmen können! Obwohl die Art des gequälten Gesichtsausdrucks direkt über ihm auf Schreilaute tippen lassen… Gebärdensprache und jetzt vor allem speziell diese hier, beherrschen alle engeren Freunde und zu Verwandten erklärte Männer und Frauen im Umfeld Major Wilhelm Bohlens vom NDH-Stützpunkt in Herbornseelbach, der seit 22-05-1978 im unbestimmbaren Koma auf ihrer Krankenstation liegt und ebenso – wie manch anderes Ding in diesen Tagen – zu tiefen Sorgenfalten anregt. Dieser Araber hat definitiv die gleiche Ausbildung wie er selbst absolviert. Eine besonders intensive… Bohlen bringt seinen ganzen Schützlingen ganz gezielt eine etwas individualisiertere Fassung bei, damit man sich letztlich gegenseitig genau daran erkennen kann… Wer auch immer das so genau ist, er trägt zudem einen vG-Ohrknopf und kann somit nur dieser iranische Elyar sein, der seit kurz nach der Schwarzwaldtour Ende Mai mit Bohlens engem Freund Anton Ducharz im Untergrund tätig ist. Auf der Suche nach einem Soldaten-Mörder. Moyka Kostravics hat den beiden und zudem einer jungen Frau die vG-Knöpfe samt Handmodulen überantwortet, dass sie sich im Falle der Not um Hilfe und Unterstützung an den Park wenden können. Was sie aber nicht taten, obwohl sie genau in dieser Situation seit 22-05-1978 sein sollten, als Bohlen seine spontane Flucht durchzieht und damit die kriminalistischen Pläne Anton Ducharz zu Nichte macht… Dass Ducharz sich nicht meldet, löst weitere große Sorge aus, denn Minze weiß darum, dass Bohlen seinen alten Freund besonders intensiv geküsst haben soll. Eine gefährliche Fassung von Kuss, den der gute Freund da möglicherweise abgekriegt hat. Eine vielleicht sogar denkbar tödliche Einheit davon. Denn Bohlen hat mit seiner dunklen Krankheit auch seinen toughen Liebhaber Christian ins Koma umkippen lassen. Und der ist, wie manche wissen, ein Charyque-Yolliver in der ersten Generation, also somit ein äußerst Widerstandsfähiger… Was wird die Wirkung auf einen Menschen erst auslösen? Sie hoffen alle zusammen inständig, dass nicht gar so übel wie bei Benno Burkhardt, der im Frühjahr daran verstarb. Sie hoffen darauf, dass Antons eigene Ansicht, Irina Swotena, die Schwägerin Maike Stettners, ehemals in einem Fall Sonja Körner, im anderen Petra Baumann, wäre wirklich mit ihm verwandt und damit alle karmesinroten Lockenköpfe mit diesen smaragdgrünen Strahle-Augen. Was die Chance einleitet, auch hier widerstandsfähigere Gene vorliegen zu haben… Man hofft – wie Menschen und andere Sterbliche es eben tun – solange es noch Hoffnung in der Welt gibt.

Pille guckt sich das seltsame Gespräch mit dem sichtlich leeren, azurblauen Himmel geduldig an. Ein Himmel, der auch für Pilles Gefühle nicht echt ist. Er ist einer derer, der den Absturz am Schlossdach über sich wahrnimmt und sich deshalb adrenalinseitig auf Gefahrenpotenzial hochpumpt und dennoch deutlich langsamer im Galopp zum Parktor hin ist, als der an ihm vorbeisausende Wigge, der zuvor vom Dachsims durchs Treppenhaus runterspurten musste… Und sich dabei irgendwo schwer den Kopf angestoßen haben muss! Denn warum sonst sollte er sich mit dem Himmel in Gebärdensprache unterhalten? Und dann auch noch in solcher grotesk abgewandelten Form? Wem erzählt er diese Dinge um Bohlen|Bernbass und Eckehard|Christian? Was redet er da von Georg Haukner? Der Name sollte für Anton Ducharz frühestens ab Parkeinzug gelten. Keinesfalls vorher auch nur flüsternd ausgesprochen werden… Was veranstaltet Wigbert da nur?! – Er erklärt dem Himmel gerade, er solle sich ein Wohnmobil geben lassen und sich im Schwarzwald an abgelegener Stelle verstecken?! – Seit wann kann sich der Himmel irgendwo verstecken?! … Was bitteschön soll das alles?!

Buchecke - Stenka Biedermann

Mikosch am alten Wehrturm, weiter vorne im Gelände, erlebt derweil sein trendiges orangefarbenes Bonanza-Fahrrad als lebendig geworden. Es versucht ab seinem Aufsitzen eigenmächtig die Geschwindigkeit anzuheben. Die so typische Drei-Gang-Holmschaltung versucht sich partout in den dritten Gang zu stellen, obwohl das zerklüftete, eher Fahrrad-untaugliche-Gelände, doch eher zum ersten Gang anrät oder doch wenigstens zum gemäßigten mittleren. Es zittert dabei und zappelt mächtig herum und erweckt ganz den Eindruck, als Mikosch es nicht, wie sonst üblich, vor dem Schloss stehen lässt, sondern behände nach oben trägt, dass es genau darum gebeten haben wollte. Es gebärdet sich sichtlich so peinlich wie Lebewesen, wenn ihnen der Angstschweiß in Strömen heruntertropft!! – Dieses ganz besonders toughe Bonanzarad, das Mikosch für Leon und sich im Mai zusammenschraubte – von der Müllkippe stammen die Details – und seitdem mit aller Liebe pflegt. Deshalb konnte es wohl bislang bestehen?! Trotz Nutzung durch Mikosch. Für Leon gibt‘s am hinteren Reifen anmontierte Trittbügel. Damit kann er sich bequem an der sesselförmigen Lehne mit beiden Händen festhalten, während Mikosch zumeist wie ein Irrer in die Pedalen tritt und dabei in stehender Haltung Leon ausreichend Platz auf dem lang gezogenen Bananensattel überlässt. Aber sie passen da auch beide gut drauf. Wenn man die beiden dürren Jungs drauf beobachtet, kriegt man leicht das Gefühl, der Bananensattel gestalte sich unter ihren hageren Körpern zur bequemen Wohnzimmercouch. Was natürlich übertrieben ist. Aber bequem muss es schon sein. Denn Leon liebt es, von Mikosch durch den Park geschunkelt zu werden. Und wie man genau weiß, fürchtet er alles, was blaue Flecken hinterlassen kann… Nun das allseits geliebte Bonanza wird im Wohntrakt Stefans bei den Büchern abgestellt und Leon an der Hand aus selbigem Umfeld flugs wieder herausgezogen. Laut Mikosch ist es hier nämlich gerade nicht mehr sicher genug. Er bringt seinen schüchternen und so zarten jungen Freund in eine leere Pferdebox im Drachenhufstall, wo sekundenspäter Stefans schwarzer Rappe Romulus eintrifft und Mikosch nach ihm die Box von innen verschließt. Leon – sichtlich aufgeregt und deutlich erschrocken – entspannt sich sofort. Mit dem Rücken an der Stallwand, auf dichtem Stroh sitzend, den Kopf an Romulus Vorderbeine gedrückt, sie währenddessen streichelnd, dran festklammernd. Während Mikosch die Basisausstattung der Box um die Bedürfnisse zweier Jungs erweitert. Eine bequeme Sitzdecke, Getränke zuzüglich Knabberzeugs, für Romulus einen Apfel und Körner. Man kann nie wissen, wie lange diese seltsame Stimmung um sie herum noch vorhalten wird… Dann taucht auch schon Pille auf. Huscht wie ein Schatten in die geräumige Pferdebox rein und vermittelt den Eindruck, keinesfalls dabei beobachtet werden zu wollen. Also hat Mikoschs Magendrücken von vorneherein Recht gehabt! Hier stimmt was nicht und nicht nur sein Fahrrad spürt dieses Etwas, das den Park mit seinem Schatten belegt… Auch der wachsame Vampir merkt auf. Die vernebelte Sicht vom Wachturm war nicht natürlichen Ursprungs! Passte ja schließlich auch in keinster Weise zum sich ändernden Wetter. So urplötzlich von trübe bewölkt und leicht regnerisch in Spitzenhochsommerwetter wechselnd… So was gibt es nicht… (Pille) „Ich wollte dir schon lange sagen, in welche Box du in solchem Fall schlüpfen solltest… Du hast sie praktisch nur knapp verfehlt. Sie liegt direkt hier nebendran… Und wäre in dem Fall ebenso frei gewesen. Was sie praktisch – bis auf wenige Ausnahmen – immer ist. Und wenn, dann stehen da besonders wilde, junge, nicht-zugerittene Drachenhufe drin und vermitteln jedem Furcht und Respekt, der es nicht besser weiß… Die Box verfügt über einen dezenten Hinterausgang. Bitte folgt mir, sobald ich das Zeichen dafür gebe und Mikosch, bitte sammle alle Sachen wieder ein, die du von dir aus hier mit reingebracht hast. Romulus versteht es. Er kennt den Grund meines Ansinnens… Bitte jetzt! Gerade sind die Kameras umgeschwenkt und es sieht uns auch sonst keiner. Kommt… Und bitte ganz still und leise!“ – In der Nachbarbox, im Schatten eines wild schnaubenden jungen Drachenhufs, direkt an seinem Schweif vorbeigeschoben, bugsiert Pille sie in einen unsichtbaren Gang. Nicht mal ein Schattenwurf an der Wand macht darauf aufmerksam. Er ist weder zu sehen, noch zu fühlen und dennoch kannst du beschwerdefrei hineingleiten… Das bedeutet selbst für Mikosch Abenteuer! So was hat er noch nie erlebt… – Er ist doch hier der Feenprinz? Pille nur ein Vampir. Somit spielt er doch in der Liga unter ihm?! Oder stimmt das heutzutage alles nicht mehr?! – Pille, der schon immer bestens seine Gedanken erahnen konnte, denn tatsächlich lesen kann er sie nicht, aber seine Arroganz dechiffrieren, grinst… (Pille) „Ihr müsst jetzt leider hier drinnen bleiben, bis ich Entwarnung gebe. Der Park gehört uns derzeit nicht mehr allein. Da schwelgt einer mit Macht zwischen uns, die für mich bislang unbestimmbar bleibt… Keine Ahnung wie wir widerstehen können! Deshalb muss ich euch in Sicherheit wissen… Stefan darf ich nicht verstecken. Unser Gegner würde nach ihm suchen und dabei sämtliche geheimen Ecken aufdecken. Ich muss ihn also offen sichtbar sein lassen. Von Björder beschützt. Trotzdem bereitet mir das genug Magendrücken… Mit etwas Glück wird Terry bald bei euch auftauchen und dafür sorgen, dass ihr was Warmes zu essen bekommt und die Gerätschaften hier nicht gleich alle gleichzeitig ihren Dienst quittieren… Deshalb habe ich vorhin vorsorglich ein paar frische Snacks auf den Tisch gelegt. Schau bitte danach Mikosch! Und verschone, wenn möglich den Kühlschrank und sämtliche andere Technik! So warm, wie es gerade wird, benötigen wir solches hier drinnen dringend…“ – Diesmal klang er nicht gar so witzig wie sonst, wenn er solche Ratschläge erteilt. Er macht sich Sorgen. Björder und Mattis wissen auch keine Antwort auf dieses seltsame Etwas um sie. Das ist schon wirklich beängstigend…

Beiträge::
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Ein neuer Stern erstrahlt am Firmament.
Erzählt von Hoffnung und Zuversicht.

Zeitgeise-1.3.2-Simplizismus-xfw1.Auflage-B-LP


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