Amtsersuchen um Feldhasenjagd

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Buch Haselnussgeist
aus der fantasywerkstatt xento falkenbourg & sohn fürth (xfwerk)


Vom Beginn eines neuen Kapitels.
Die Augen für Alternativen weit geöffnet.


Buch+Ebook hell - Sutzzäune 1976 1

Auszug aus Schutzzäune 1976
Manchmal, ja manchmal spielt das Leben freundlichst mit dir! So an jenem Tag mit mir, dieser Feldeinsatz, der ursprünglich so klang, wie nahezu alles klingt, das von der Stadt zu uns rausgelangt… „Hallo ihr, die Uniformierten von außerhalb der Stadt, die von unserer Seite so verhassten und verachteten Armeemitglieder, könntet ihr bitte erneut helfen unsere Stadt vor dem Untergang zu bewahren und unseren Arsch aus der verquirlten Scheiße wieder rausziehen? Auch wenn wir uns hinterher wie üblich als undankbar erweisen? Euch wiederum sämtliche Schuld zuschieben, uns wie Sauhunde aufführen? Ihr kennt das doch alles schon und werdet es sicher auch diesmal gut verkraften können. Denn wir brauchen euch wirklich und zwar jetzt sofort. Wir haben dafür nicht genügend Einsatzkräfte parat und kennen uns im Gelände auch gar nicht gut aus. Aber ihr tut es. Weshalb euch alle ja so hassen. Weil ihr sie draußen immer erwischen könnt… Uns ist wiedermal so ein richtig schlimmer Bube entwischt und jetzt kriecht er irgendwo bei euch im Umfeld im Gelände herum und baut sich seinen neuesten Hasenbau. Denn weggehen wird der niemals von hier. Das ist sein Heimathafen, den er niemals verlässt. Und deshalb müssen wir ihn unbedingt bekommen. Er kennt hier alle Unterschlüpfe, alle Kniffe, jeden wichtigen Mann und besonders gut die, die sich als biegsam erweisen. Genau deren Namen brauchen wir. Wir müssen wissen wer die sind, wie wir sie endlich ausschalten können, überhaupt erstmal finden zwischen den treuen Wächtern. Das ist gar nicht so einfach, was ihr genau wisst. Und deshalb findet ihr sowas auch wesentlich leichter heraus als wir. Da man euch eh schon nicht leiden kann, da kommt es auf weiteres Übel nicht an. Aber wir, die Ordnungshüter, kämpfen noch darum als Menschen gewertet zu werden, als zugehörig. Lassen unsere Familien noch unter ihnen leben, versuchen noch zu ihren Freunden zu zählen. Was zwar immer schwieriger wird, aber noch immer möglich bleibt. Außer wir fangen jetzt ebenfalls an zu foltern, wenden diese ganz fiesen Methoden an, irgendwen zu finden und Informationen aus ihm rauszuprügeln, wie ihr euch nicht geniert es zu tun, dann ist es auch für uns aus und vorbei. Und deshalb müsst ihr uns helfen. Mensch zu bleiben und weiterhin dazugehören zu dürfen. Bitte! Rettet unseren Arsch! Findet diesen Mann! Denn er weiß genau, wie man unsere Grenzzäune und weiteren Absperrungen überwinden kann, kennt jeden Trick, der das gesamtes Absicherungssystem hier regelmäßig lahm legt. Wir müssen ihn ausschalten! Unbedingt!“ – Na ja, so klingt zumindest der Kontext, den du immer deutlicher unten durchhörst. Ihr erbärmliches Flennen und Flehen, ihre Hilferufe und hernach genauso konsequent und nochmals lauter ausgesprochen, denn sie können zu diesem Zeitpunkt schon wieder aufrecht vor dir stehen, scheißen sich nicht mehr die Hosen voll und wimmern dir was vor. Nein! Sie sind wieder aufrechte, ehrliche Männer, die zu den Anständigsten überhaupt zählen und niemals betteln und rumheulen würden, niemals vor dir im Dreck kriechen und dich wegen irgendwas anflehen! Sie sind echte Männer und wissen, was man dafür bereit sein muss zu tun. Und deshalb müssen sie uns jetzt auch wegschicken… „Ihr seid hier nicht zuständig! Das wisst ihr genau! Ihr müsst gehen! Sonst kriegen wir nur wegen eurer Anwesenheit nochmals einen größeren Aufstand und der ist dann auch berechtigt! Denn ihr, die Armee, steht für den Krieg. Nur dann verfügt ihr über Autorität. Dürft Macht ausüben. Also geht jetzt wieder heim. Haltet euch von der Zivilbevölkerung fern. Jetzt! Sofort!“ – Huh! Wie die dann mit einem Mal wieder aufklotzen können! Sich wie wahre starke Männer benehmen! – Unsere Welt ist erbärmlich geworden und manch einer weiß gar nicht mehr wirklich den Unterschied zwischen kriechenden Würmern und sich selbst zu definieren. Und nicht er trägt daran Schuld, sondern die Zeit, die uns alle jämmerlich verkümmern lässt. Uns unseren letzten Anstand raubt. Uns zu dem macht, was man früher bespuckt hätte… So ist das Leben im Heute und du gewöhnst dich daran. Die ersten Jahre mit vielen Fragezeichen behaftet, deren Antworten du in den Gesichtern um dich suchst und nicht findest und deshalb kapierst du irgendwann, dass es wohl notwendig ist. Dass du es ebenso akzeptieren musst, wie andere. Und schon ist ein weiterer Mitläufer geboren! – Blind, dumm, bereit durch den stickigen Schlamm zu kriechen! Auf Knien zu leben! Kein Anstand, keine Ehre, kein Mitgefühl. So etwas braucht‘s im Schlamm nicht. Fragen sind nicht mehr wichtig. In dir formt sich aus dieser zwangsverordneten Unterwürfigkeit eine Ignoranz anderem Leid gegenüber, eine Bereitschaft für deine persönlichen Ziele über alles andere wegschauen zu können. Der Egomane bleibt lebendig! Überlebt! Betet den richtigen Gott an!

Zeitgleise Auf neuen und auf alten Gleisen, in einer vertrauten und doch fremden Zeit

Buch+Ebook Sterne - Schutzzäune 1976 1
Leseprobe zum reinklicken und durchblättern…
Zeitgleise-1.2.1-Schutzzaeune-1976-xfw-B-LP

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ab 16 / je Teilband als Taschenbuch (13,5×21,5) ca. 340-400 Seiten
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